#88 - Die Schamfalle - und wie du ihr entkommst
Shownotes
Scham kann uns innerhalb von Sekunden ganz klein werden lassen. Das Gesicht wird heiß, der Blick geht nach unten und am liebsten würden wir uns unsichtbar machen.
Doch nicht jede Scham ist nur ein kurzer peinlicher Moment. Toxische Scham geht tiefer. Sie sagt nicht: „Ich habe einen Fehler gemacht“, sondern: „Mit mir stimmt etwas grundsätzlich nicht.“
In dieser Folge erzähle ich dir von meiner Coachee Annika. Nach außen wirkt sie kompetent, zuverlässig und souverän. Innerlich lebt sie jedoch mit der ständigen Sorge, irgendwann als nicht gut genug entlarvt zu werden. Eine einfache kritische Rückfrage im Meeting wird für sie deshalb nicht nur zu einer sachlichen Rückmeldung, sondern zu einem Angriff auf ihren gesamten Selbstwert.
An Annikas Geschichte wird sichtbar, wie sich Scham im Berufsalltag häufig tarnt:
- als Perfektionismus,
- als Prokrastination,
- als Überanpassung,
- oder als Selbstsabotage.
Gerade Menschen mit People-Pleasing-Mustern versuchen häufig, Scham durch besondere Leistung, Nützlichkeit und Anpassung zu vermeiden. Sie sagen Ja, obwohl sie Nein meinen, reden ihre Kompetenz klein und ziehen sich zurück, sobald sie sich bewertet fühlen.
Du erfährst in dieser Folge:
- worin sich Scham und Schuld unterscheiden,
- warum starke Kränkungen auf einen alten Schamkern hinweisen können,
- weshalb Scham so eng mit Zugehörigkeit und Selbstwert verbunden ist,
- wie du Scham früher erkennen und benennen kannst,
- und wie Selbstmitgefühl, Körperhaltung, Verbundenheit und kleine mutige Schritte dir helfen, wieder in deine Würde zu kommen.
Die zentrale Botschaft dieser Folge lautet: Scham möchte, dass du dich versteckst. Würde erinnert dich daran, dass du trotzdem hier sein darfst.
* Links*
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Feedback, Anregungen und Themenwünsche nehme ich gerne per E-Mail entgegen: info@verena-stahl.ch
Transkript anzeigen
00:00:06: Leadership, Karriere und Selbstentwicklung.
00:00:09: Und das ganz ohne Pipe-Pleasing?
00:00:12: Geht nicht!
00:00:13: Doch selbstverständlich!
00:00:14: Hol dir spannende Einblicke und interessante Denkanstöße bei PipepleasingAD dem Podcast für Leadership & Karrieren mit Sanftut und Stärke.
00:00:26: Ich bin Verena.
00:00:27: Komm, legen wir los.
00:00:32: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Solofolge von Pipe PleasingAD.
00:00:37: Ich bin Dr.
00:00:38: Verena Stahl und ich freue mich, dass du dir heute wieder Zeit für dich nimmst!
00:00:43: Bevor wir einsteigen habe ich zwei kurze Anliegen – wenn dir dieser Podcast gefällt und du etwas daraus für deinen Alltag deine Führung oder deine persönliche Entwicklung mitnimmst, freue ich mich, wenn du ihn abonnierst, weiterempfiehlst oder eine Bewertung hinterlässt.
00:01:01: Gerade bei einem unabhängigem Podcast hilft das sehr!
00:01:04: Und ich möchte dir schon einmal mein Buch ankündigen.
00:01:08: Stop pleasing, start leading!
00:01:10: Das Buch erscheint Anfang Oktober und kann bereits jetzt bei Amazon vorbestellt werden.
00:01:16: Darin geht es darum, wie Pipa Plesing gerade bei engagierten, empathischen und verantwortungsbewussten Menschen im Beruf und in Führung wirkt.
00:01:25: Es geht um Überanpassungen, Konfliktvermeidung übermäßige Verantwortungsübernahme und um die Frage, wie wir klarer führen können ohne unsere Empathie zu
00:01:34: verlieren.".
00:01:35: Falls du das Buch ohnehin lesen möchtest, unterstützt du es sehr wenn du es bereits jetzt vorbestellst.
00:01:41: Vorbestellungen sind nicht nur für den Start des Buches hilfreich – sie sind auch ein wichtiges Signal für Buchhandlungen, wenn diese entscheiden welche Titel Sie für Ihre eigenen Bestände bestellen!
00:01:52: Ich sage das deshalb ganz offen und zugleich ohne Druck.
00:01:55: Wenn das Thema für dich passt und Du das Buch gerne lesen möchte ist eine frühe Vorbeställung eine sehr wertvolle Unterstützung Denn Hinweis dazu findest du auch in den Shownotes.
00:02:06: Und jetzt zu unserem heutigen Thema.
00:02:09: In einer der vergangenen Solo-Folgen habe ich über Kränkung gesprochen, darüber wie schnell wir innerlich zumachen können wenn wir uns über Gang kritisiert oder nicht gesehen fühlen.
00:02:20: Vielleicht ziehen wir uns dann zurück vielleicht werden wir kühl vielleicht denken wir noch tagelang darüber nach was jemand zu uns gesagt hat.
00:02:29: Heute möchte ich noch eine Ebene tiefer gehen Denn Hinterkränkung steckt nicht selten ein Gefühl, über das wir viel weniger sprechen.
00:02:38: Die Scham.
00:02:40: Scham ist dieses Gefühl, dass uns innerhalb von Sekunden ganz klein machen kann.
00:02:45: Das Gesicht wird heiß – der Blick geht nach unten, der Körper zieht sich zusammen und innerlich ist da nur noch dieser eine Wunsch!
00:02:53: Hoffentlich schaut jetzt niemand genau hin – hoffentlich ist es ganz schnell
00:02:57: vorbei.".
00:02:59: Manchmal ist Scham nur ein kurzer unangenehmer Moment.
00:03:02: Wir versprechen uns in einer Präsentation, stolpern vor anderen oder schicken eine Nachricht an die falsche Person – das ist peinlich!
00:03:11: Aber meistens geht es vorüber.
00:03:14: Heute geht es mir um eine andere Form von Scham.
00:03:17: Um eine Scham, die sich nicht nur auf eine Situation richtet sondern auch auf eigene Personen.
00:03:24: Nicht ich habe einen Fehler gemacht, sondern ich bin der
00:03:28: Fehler.".
00:03:29: Und genau diese Form von Charme kann tief in unser Selbstbild eingreifen.
00:03:34: Sie kann beeinflussen, wie sichtbar wir werden, wie wir führen und wie wir mit Kritik umgehen – und wie stark wir uns an andere anpassen!
00:03:43: Hierfür möchte ich dir von Annika erzählen.
00:03:46: Natürlich habe ich Ihren Namen und einige Details verändert.
00:03:50: Ihre Geschichte steht aber für vieles was mir im Coaching begegnet….
00:03:55: Anika ist Anfang vierzig und leitet ein Team, fachlich ist sie wirklich gut.
00:04:00: Sie ist immer gut vorbereitet, absolut loyal und verlässlich.
00:04:05: Ihre Mitarbeitenden schätzen das sie zuhört und Spannungen früh
00:04:09: wahrnimmt.".
00:04:10: Von außen betrachtet wirkt Anika also wirklich souverän.
00:04:14: Im Coaching sagt sie allerdings Folgendes zu mir – ich habe ständig Angst dass irgendwann aufliegt, dass ich eigentlich gar nicht so gut bin wie alle denken!
00:04:24: Ein paar Tage zuvor hatte sie ein Projekt vor der erweiterten Geschäftsleitung präsentiert.
00:04:29: Niemand kannte die Hintergründe so gut wie Sie – trotzdem bereitete sie sich vor, als müsste sie eine mega-große Prüfung bestehen!
00:04:38: Sie überprüfte jede Zahl mehrfach und überarbeitete die Folie noch spät am Abend.
00:04:43: Während der Präsentation fragt einen Kollege.
00:04:46: Kannst du noch einmal erklären, wie du auf diese Annahme kommst?
00:04:50: Für mich ist das nicht ganz schlüssig….
00:04:52: Eigentlich eine normale, fachliche Rückfrage.
00:04:55: In Annika passiert sofort etwas anderes – ihr Gesicht wird heiß, Ihr Herz schlägt schneller im Kopf entsteht Leere!
00:05:03: Sie beginnt immer mehr zu erklären obwohl sie spürt dass sie dabei den roten Faden zu verlierend rot.
00:05:10: Nach dem Termin zieht sie sich für ein paar Minuten zurück.
00:05:13: Am Abend öffnet sie die Präsentation erneut und arbeitet noch zwei Stunden an genau dieser Folie, obwohl der Termin längst vorbei ist.
00:05:22: Im Coaching frage ich sie, was genau war an der Frage so schlimm?
00:05:26: Annika antwortet – Ich hätte besser vorbereitet sein müssen.
00:05:30: Ich frage weiter und was hätten die anderen dann über dich denken können?
00:05:35: Sie wird still und sagt schließlich Es war als hätte er mich vor allen entlarvt.
00:05:41: Und genau da sind wir bei Scham.
00:05:43: Im Übrigen Schuld und Scham werden häufig mal auch gerne verwechselt.
00:05:48: Schuld richtet sich eher auf ein Verhalten, ich habe etwas getan das nicht richtig war.
00:05:54: Das kann dann sogar hilfreich sein.
00:05:56: Ich kann da nämlich Verantwortung übernehmen Etwas korrigieren oder mich entschuldigen.
00:06:02: Scham richtet es sich dagegen ganz oft auch gegen die ganze Person.
00:06:06: Sie sagt Nicht An dieser Stelle war deiner Argumentation noch unklar.
00:06:10: Sie sagt, du bist nicht kompetent genug und das sagt man sich
00:06:14: selbst.".
00:06:15: Und genau deshalb wirkt Scham so lebend!
00:06:18: Ein Verhalten kann ich verändern – wenn aber meine ganze Person anscheinend das Problem ist, scheint es gar keinen Ausweg zu geben.
00:06:27: Scham braucht außerdem immer einen Blick von Außen.
00:06:30: Manchmal ist dieser Blick real….
00:06:32: Oft existiert er nur noch in unserer Vorstellung.
00:06:36: Wir überlegen nach einem Gespräch, was die anderen jetzt wohl über uns denken – ob sie das tatsächlich denken steht auf einem anderen Blatt Papier.
00:06:45: Scham ist deshalb eine soziale Emotion und eng mit Zugehörigkeit verbunden.
00:06:51: In einer gesunden Form kann sie uns helfen, Grenzen im Miteinander wahrzunehmen.
00:06:56: Problematisch wird es wenn Scham nicht mehr sagt «das Verhalten war nicht in Ordnung» Sondern wenn sie einem zuflüstert, so wie du bist, bist du nicht in Ordnung.
00:07:06: Und dann erreicht uns aus einem kurzfristigen Signal ein dauerhaftes
00:07:11: Grundgefühl.".
00:07:12: Banika hatte sich dieses Gefühl früh entwickelt – und ihrer Familie war Leistung wichtig!
00:07:18: Wenn etwas gut gelangt wurde das als selbstverständlich betrachtet?
00:07:23: Wenn etwas nicht klappte, hieß es dann ….
00:07:26: Da hätte es so dich mehr konzentrieren müssen….
00:07:28: Auch für starke Gefühle war wenig Raum.
00:07:31: Wenn Annika zum Beispiel weinte, hörte sie stelle ich nicht so an.
00:07:36: Wenn sie stolz etwas zeigte wurde oft auf das hingewiesen was noch fehlte.
00:07:40: Es waren keine großen dramatischen Ereignisse eher viele kleine Momente da ein Blick dort einen Sternrunzeln hier einsatz der unachtsam dahin geworfen wurde.
00:07:52: Ein Kind denkt dann nicht.
00:07:54: Mein Gegenüber kann gerade mit meiner Emotion oder auch mit mir nicht gut umgehen.
00:07:59: Es denkt, mit mir stimmt irgendetwas
00:08:02: nicht.".
00:08:02: Dieses Grundgefühl verschwindet nicht einfach weil wir erwachsen werden – es wandert mit in unsere Beziehungen, in den Beruf und in die Führung!
00:08:12: Und hier zeigt sich die Verbindung zum Peaboplesing.
00:08:16: Viele Piepeplieser versuchen nicht nur, freundlich zu sein oder Konflikte zu vermeiden.
00:08:21: Sie versuchen unbewusst ein negatives Bild von sich zu widerlegen!
00:08:25: Wenn ich glaube, nicht gut genug zu sein, werde ich besonders leistungsbereit.
00:08:30: Wenn ich fürchte, zu anstrengend zu sein stelle ich möglichst keine Forderungen.
00:08:35: Wenn Ich mich für meine Bedürfnisse schäme, kümmere ich mich lieber um die Bedürfenisse aller
00:08:39: anderen.".
00:08:40: Annika sagte in Sofern auch selten nein.
00:08:43: Sie sprang ein, übernahm Zusatzaufgaben und bereitete alles immer sehr gründlich vor so dass möglichst niemand einen Fehler entdecken konnte.
00:08:52: Das sah dann immer nach einer hohen Gewissenhaftigkeit aus.
00:08:55: Innen war es die pure Angst.
00:08:57: Scham läuft insofern gerne inkognito also unentdeckt herum.
00:09:02: sie zeigt sich nicht immer nur durch einen Erröten oder den klaren Gedanken.
00:09:06: jetzt schäme ich mich.
00:09:08: Sie verkleidet sich gerne, zum Beispiel als Perfektionismus.
00:09:13: Denn man denkt dann – wenn alles markelos ist kann mich niemand kritisieren und ich muss mich auch nicht für irgendetwas schämen oder sie verkleidet sich als eine Prokrastination!
00:09:24: Wenn ich gar nicht erst anfange, kann mein Ergebnis auch nicht mangelhaft sein.
00:09:30: Annika kannte beides.
00:09:32: Manche Aufgaben kontrollierte sie bis ins kleinste Detail, andere besonders sichtbare Aufgaben schob sie lange auf.
00:09:40: Eine Bewerbung für ein internes Entwicklungsprogramm hatte sie dreimal begonnen und nie abgeschickt.
00:09:47: Sie sagte dann der Zeitpunkt hat irgendwie nie gepasst.
00:09:50: Im Coaching wurde dagegen deutlich diese Bewerbung hätte bedeutet dass ihr selbst sagt ich halte mich für geeignet Und genau das löste bei ihr Scham aus.
00:10:01: Wer bin ich, mich dafür zu empfehlen?
00:10:03: Was wenn andere denken – Ich überschätze mich!
00:10:07: Ein weiteres Muster war Überanpassung.
00:10:09: Wenn ihr Chef zum Beispiel gestresst wirkte, verschob Annika ihr Anliegen.
00:10:14: Wenn im Meeting jemand ungeduldig wurde, kürzte sie ihren Beitrag.
00:10:19: Wenn ein Teammitglied enttäuscht reagierte, nahm sie eine Aufgabe lieber wieder an sich.
00:10:24: Sie konnte die Bedürfnisse anderer immer sehr gut wahrnehmen, nur ihre eigene Position wurde dabei für sie selbst immer und deutlicher.
00:10:34: Und auch Erfolg kann Scham auslösen – denn Erfolg macht sichtbar!
00:10:38: Als Annika nach einem gelungenen Projekt die Ergebnisse vor dem Vorstand präsentieren sollte, sagte sie vielleicht sollte das jemand machen der das größere Ganze besser kennt.
00:10:49: Dabei kannte niemand das Projekt besser als sie.
00:10:52: Das gab Sie selbst zu im Coaching!
00:10:54: Ihre Scham hatte sich als Bescheidenheit verkleidet.
00:10:58: Mir ist wichtig, dass sind keine Charakterschwächen – es sind alles Schutzstrategien.
00:11:04: Perfektionismus schützt vor Kritik.
00:11:07: Prokrastination schützts vor Bewertung.
00:11:10: Überanpassung schützte vor Ablehnungen und das Kleinmachen.
00:11:14: die Bescheidigkeit schütze vor
00:11:16: Sichtbarkeit.".
00:11:17: Kurzfristig entlastet all das, langfristig hat es einen hohen Preis.
00:11:22: Annika war erschöpft, schnell gekränkt und frustriert darüber, dass andere ihre Kompetenz nicht ausreichend sahen – gleichzeitig machte sie sich selbst immer wieder unsichtbar!
00:11:34: Und hier schließt sich auch der Kreis zur Kränkung.
00:11:37: Wenn in mir ohne Hindersatz lebt Ich genüge nicht Dann trifft mich eine sachliche Rückmeldung Nicht nur auf der Sachebene.
00:11:45: Die Folie ist noch nicht klar, wird dann zu einem Du bist nicht klar.
00:11:49: Ich sehe das anders, wird zu du bist falsch ich
00:11:52: richtig.".
00:11:54: Von außen wirkt es vielleicht als sei jemand schnell eingeschnappt – innen wurde aber ein alter Schamkern berührt!
00:12:01: Was kann da jetzt helfen?
00:12:03: Es ist nicht der Versuch die Scham vollständig loszuwerden, aber wir können lernen sie früher zu erkennen und uns im diesem Moment nicht zusätzlich selbst zu verlassen….
00:12:13: Mit Annika habe ich an einigen einfachen, aber wirkungsvollen Schritten gearbeitet.
00:12:18: Der erste war mal die Scham als solche zu benennen und dabei nicht zu sagen – Ich bin lächerlich!
00:12:24: Ich werde rot!
00:12:25: Sondern aha da ist gerade Scham!
00:12:28: Auch nicht so denken «Ich bin falsch», sondern ich bemerke einen Gefühl das mir gerade sagt, ich sei falsch.
00:12:36: Damit bringst du eine Distanz zwischen dich und diesen Gedanken.
00:12:40: Annika begann, schwierige Situationen kurz zu notieren.
00:12:44: Was ist genau passiert?
00:12:45: Was habe ich dabei über mich gedacht?
00:12:47: Was wollte ich danach am liebsten
00:12:49: tun?".
00:12:51: So erkannte sie ihr Muster – wenn dann Scham auftauchte und sie sich zurückziehen wollte oder übermäßig nacharbeiten wollte oder sich selbst hart kritisieren wollte, wusste sie woran sie war und was sie stoppen musste.
00:13:05: Der zweite Schritt war ihren Körper zurückzuholen!
00:13:09: Scham macht nämlich den Körper klein, wir versuchen zu verschwinden.
00:13:13: Wir ziehen die Schulter nach vorne, unser Blick sinkt und unsere Atmung wird ganz
00:13:18: flach.".
00:13:19: Anika machte das Gegenteil – sie stellte beide Füße bewusst auf dem Boden, richtete sich ein kleines Stück auf und atmete etwas länger aus als ein.
00:13:28: Damit aktivierte sie ihren Parasympathikus und konnte in die Entspannung kommen!
00:13:34: Der dritte Schritt war einen Selbstmitgefühl Und das bedeutet nicht, sich selbst alles schönzureden.
00:13:40: Es bedeutet in einem schwierigen Moment für sich selbst da zu sein und nicht noch zusätzlich gegen sich selbst
00:13:47: vorzugehen.".
00:13:48: Ein Satz den Annika auswählte war folgender Die Frage hat mich getroffen – und das ist unangenehm!
00:13:55: Aber eine unklare Stelle macht mich nicht inkompetent.
00:13:59: Ich darf kurz nachdenken und dann kann ich antworten.
00:14:03: Der vierte Schritt war Selbstverbindung.
00:14:06: Scham liebt Geheimhaltung.
00:14:08: Dadurch wird sie aber nur größer, wir denken wie sein die einzigen denen so etwas passiert?
00:14:14: Wenn wir aber anderen davon berichten und zum Beispiel einer vertrauten Kollegin von der Szene erzählen kann uns die Kollegen zum Beispiel darüber aufklären dass es ihr ab und zu genauso geht.
00:14:26: Und Sie können dir auch sagen ich dachte du hättest das Souverän gelöst.
00:14:30: ehrlich gesagt kenne ich genau dieses Gefühl Aber von außen merkt man das doch immer gar nicht.
00:14:36: So konnte Annika merken, dass sie damit nicht allein ist.
00:14:40: Und der fünfte Schritt war trotz der Scham in die Handlung zu kommen – Annika schickte schließlich die Bewerbung für das Entwicklungsprogramm doch noch ab und nicht weil sie sich dabei vollkommen sicher fühlte.
00:14:52: Besonders die Frage nach ihren Stärken war ihr durchaus nach wie vor unangenehm aber sie schrieb die Antwort trotzdem.
00:14:59: Später übernahmen Sie auch die Präsentationen vor dem Vorstand.
00:15:03: Vorher sagte sie, ich habe Angst, dass ich mich wieder blamiere.
00:15:07: Und sie fragte sich was möchte ich denn trotzdem tun?
00:15:12: Dann antwortete sie Ich möchte meine Arbeit darstellen In der Präsentation verhasst bitte Sie sich tatsächlich ein zweimal in den Momenten hielt sie kurz inne und sagte Ich fange den Satz noch einmal an Mehr nicht.
00:15:25: Niemand fand es merkwürdig.
00:15:26: Später sagte sie zu mir Da war ich immer noch aufgeregt Aber ich hab' mich nicht mehr im Stich gelassen Und ich finde, das ist überhaupt das Wichtigste an allem.
00:15:36: Scham führt dazu dass wir uns selbst im Stich lassen und selbst verlassen.
00:15:42: würde bedeutet, dass wir bei uns bleiben auch in einem Moment der vielleicht nicht ganz optimal läuft zu sagen Ich habe ein Fehler gemacht und bleibe trotzdem auf meiner Seite oder ich bin nervös und ich darf trotzdem sprechen.
00:15:58: Ich habe Bedürfnisse und ich muss mich dafür nicht entschuldigen.
00:16:03: oder auch, ich darf sichtbar sein ohne perfekt zu sein.
00:16:07: All das ist äußerst souverän und zeigt dass wir würdevoll unsere Rolle
00:16:12: erleben.".
00:16:13: Bevor ich jetzt diese Folge zum Abschluss bringe möchte ich die wichtigsten Gedanken noch einmal in fünf Takeaways bündeln.
00:16:20: Takeaway eins Scham richtet sich nicht nur auf dein Verhalten sondern auf deinen Wert.
00:16:26: Schuld sagt eher Ich habe etwas falsch gemacht.
00:16:29: Scham sagt Mit mir stimmt etwas nicht.
00:16:32: Genau deshalb wirkt sie so umfassend.
00:16:34: Ein Fehler bleibt dann nicht einfach ein Fehler, sondern wird zum vermeintlichen Beweis dafür, dass du nicht kompetent, nicht liebenswert oder nicht gut genug bist.
00:16:45: Der erste Schritt ist deshalb Verhalten und Identität zu trennen!
00:16:50: Du kannst einen Fehler machen – du bist nicht der Fehler.
00:16:54: Takeaway zwei Perfektionismus Prokrastinationen und Überanpassungen können Schamstrategien sein.
00:17:02: Scham ist nicht immer sofort als Scham zu erkennen.
00:17:05: Manchmal sagt sie, wenn alles markelos ist kann mich niemand kritisieren oder Wenn ich gar nicht erst anfange, kann mein Ergebnis nicht bewertet werden oder Wenn Ich es allen recht mache falle ich nicht unangenehm auf.
00:17:18: Diese Muster wahren oder sind Versuche dich vor Ablehnung und Beschämungen zu schützen.
00:17:24: Die Frage ist nur ob du diesen Schutz heute noch in dieser Form brauchst.
00:17:30: Take away drei Hinter einer starken Kränkung kann ein alter Schamkern liegen.
00:17:35: Wenn eine kleine Rückmeldung dies sehr trifft, lohnt sich die Frage – was wurde hier noch berührt?
00:17:41: Vielleicht trifft die Kritik auf einen alten Satz!
00:17:44: Ich genüge nicht, ich bin zu empfindlich, ich werde irgendwann
00:17:47: entlarvt.".
00:17:48: Dann geht es nicht nur um die aktuelle Situation sondern auch um die alte Bedeutung, die sich an sie angehängt hat.
00:17:57: Scham wird kleiner, wenn du sie benennst und mit dir in Verbindung bleibst.
00:18:02: Ein hilfreicher Satz lautet – da ist gerade Scham!
00:18:06: Nicht ich bin peinlich nicht Ich bin falsch sondern Ich bemerke ein Schamgefühl.
00:18:12: Stell beide Füße auf den Boden, richte dich etwas auf und atme ruhiger aus Und sprich innerlich mit dir wie Du mit einem Menschen sprechen würdest Den du magst.
00:18:22: Scham wird stärker durch Verheimlichung und innere Härte.
00:18:26: Und sie wird schwächer, durch Bewusstsein, Verbindungen und einen würdevollen Umgang mit dir selbst.
00:18:33: Take a wave fünf Du musst nicht warten bis die Charme verschwunden ist!
00:18:38: Und das ist wie immer der wichtigste Punkt – du musst nicht erst vollkommen selbsicher sein bevor du dich zeigst.
00:18:44: Du darf es handeln während die Charm noch da ist.
00:18:47: Du kannst nervös sein und trotzdem sprechen dich verletzlich fühlen und trotzdem eine klare Position vertreten.
00:18:54: Du kannst dich schämen, und dennoch auf deiner eigenen Seite
00:18:58: bleiben.".
00:18:59: Alders hat Annika gelernt – es war dann nicht so dass sie sich nie wieder geschämt hat sondern nur das sie sich in diesen Momenten nicht mehr selbst verlässt!
00:19:08: Vielleicht kannst du aus dieser Folge deshalb einen einzigen Satz mitnehmen.
00:19:13: Scham möchte, daß ich mich verstecke würde erinnert mich daran, dass ich trotzdem hier sein darf.
00:19:19: Achte doch mal in den nächsten Tagen darauf, wann du dich innerlich klein machst.
00:19:24: Deine Kompetenz relativ wie es oder dich zurückzieht ist weil Du fürchtest.
00:19:28: Jemand könnte Dich bewerten und das könnte schlecht ausgehen.
00:19:32: Frage Dich!
00:19:33: Wie kann ich jetzt bei mir bleiben?
00:19:35: Und einen kleinen würdevollen Schritt gehen?
00:19:38: Das kann ein Satz sein Ein aufrechter Blick eine Bewerbung, die du doch abschickst.
00:19:43: Eine Grenze, die Du aussprichst oder ein ehrliches Gespräch mit einem Menschen dem Du
00:19:49: vertraust.".
00:19:50: Ich danke dir, dass du heute bei diesem weinen und auch empfindlichen Thema dabei warst!
00:19:55: Und vielleicht denkst du auch nochmal an mein Buch Stop-Pleasing start leading.
00:19:59: Dort geht es genau um diese Bewegung, weg vom ständigen Versuch Erwartungen zu erfüllen und hin zu einer Führung einem Berufsleben und auch ein Privatleben in denen Klarheit, Empathie und Selbstverbindung zusammengehören – und auch Scham ab und zu sein darf!
00:20:17: Den Link zur Vorbestellung findest du in den Shownotes Und ich hoffe wir hören uns in der nächsten Folge von Pippa Pleasing AD.
00:20:23: Bis dahin wünsche Ich mir für Dich dass du ganz besonders freundlich zu dir selbst bist.
00:20:29: In den Momenten, in denen dein erster Impuls lautet, dir selbst einzureden – Du müsst es für irgendetwas Scham empfinden!
00:20:38: Denn genau dann brauchst du dich selbst am
00:20:41: meisten.".
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