#92 - Bossing: Gemobbt von der neuen Chefin. Mit Marion Rosemann

Shownotes

Zwölf Jahre lang war Marion Rosemann in ihrem Unternehmen engagiert, beliebt und respektiert. Dann kam eine neue Chefin – und von einem Tag auf den anderen war alles anders.

In dieser Folge erzählt Marion, wie subtil Bossing beginnt: mit Isolation im Team, endlosen Korrekturschleifen, Abwertung der eigenen Arbeit. Und wie schleichend die Selbstzweifel wachsen, bis man die eigene Wahrnehmung nicht mehr traut. Der Wendepunkt kam in einem Wochenmeeting, in dem sie aufgefordert wurde, sich binnen drei Tagen ein neues, „fehlerfrei ausführbares" Aufgabengebiet zu überlegen. Am selben Abend zog ihr Körper die Reißleine.

Wir sprechen über den Zusammenhang von People Pleasing und Bossing: über Harmoniebedürfnis, Loyalität und Bescheidenheit – und darüber, wie diese Eigenschaften einen ausgerechnet dann bremsen, wenn man sich wehren müsste.

Über ihre Erfahrung hat Marion das Buch „Wer mit dem Teufel tanzt" geschrieben – kein reiner Erfahrungsbericht, sondern eine psychologische, rechtliche und gesellschaftliche Einordnung.

Themen der Folge

  • Wie Bossing beginnt: Isolation, Dauerkritik, verschobene Wahrnehmung
  • Gaslighting und der Verlust des Selbstwertgefühls
  • Machtasymmetrie: Warum Mobbing durch Vorgesetzte besonders schwer wiegt
  • Der Wendepunkt – und was der Körper signalisiert, bevor der Kopf es zulässt
  • Erste Schritte für Betroffene und was Organisationen präventiv tun können

Links Verena

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Feedback, Anregungen und Themenwünsche nehme ich gerne per E-Mail entgegen: info@verena-stahl.ch

Transkript anzeigen

00:00:06: Leadership, Karriere und Selbstentwicklung.

00:00:09: Und das ganz ohne Peep-a-pleasing?

00:00:12: Geht nicht!

00:00:13: Doch selbstverständlich hol dir spannende Einblicke und interessante Denkanstöße bei PeepApleasingAD dem Podcast für Leadership & Karrieren mit Sanftmut und Stärke.

00:00:26: Ich bin Verena.

00:00:27: Komm legen wir los.

00:00:32: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Peep Apleasing AD.

00:00:37: Mein Name ist Dr.

00:00:38: Verena Stahl, ich bin Host dieses Podcast und ich freue mich, dass du dich für die heutige Gastfolge interessierst!

00:00:45: Mein heutiger Gast Marion Rosemann hat an ihrem Arbeitsplatz etwas erlebt was man niemanden wünscht.

00:00:52: nachdem sie bereits zwölf Jahre lang engagiert beliebt und respektiert in ihrem Unternehmen gearbeitet hatte bekam sie eine neue Chefin und von diesem Tag an war alles anders.

00:01:02: Marion hat über diese Zeit ein Buch geschrieben, wer mit dem Teufeltanz heißt es.

00:01:08: Es ist weder ein reines Erfahrungsbuch noch ist es ein trockenes Fachbuch.

00:01:12: Marion erzählt was ihr widerfahren ist und sie ordnet es psychologisch rechtlich und gesellschaftlich ein.

00:01:19: In meinem Gespräch heute mit Marion interessiert mich vor allem die menschliche Seite Denn auch ich möchte mit meinen Podcast Menschen darin unterstützen sich nicht länger nur anzupassen sondern seinem Leben den eigenen Stempel aufzudrücken.

00:01:33: Auch Marion's Geschichte ist eine Geschichte vom Anpassen und davon, wie man damit mutig aufhört!

00:01:40: Also kommen wir drei ins Gespräch.

00:01:42: Ja schön guten Morgen liebe Marion.

00:01:44: ich begrüße dich ganz herzlich in meinem Podcast.

00:01:46: Hallo Guten Morgen Verena.

00:01:49: Sag mal, wie gehts dir heute morgen so?

00:01:51: Ja, schon wieder viel besser.

00:01:53: Gestern ist der Internetausfall gewesen hier bei uns im Ort und da hatte ich doch ein wenig Bedenken ob das dann tatsächlich heute alles so stattfindet.

00:02:04: Ich bin natürlich auch froh dass es wieder klappt.

00:02:05: habt ihr das öfters?

00:02:06: Das Problem bei euch in der Region seid ihr so ein bisschen ländlich oder...

00:02:10: Ja, ich wohne doch im ländlichen.

00:02:12: Also zwar in der Nähe von Baden-Baden aber in Gernsbach und einem kleinen Dorf das heißt Stauffenberg und liegt eben auch wie der Name schon sagt auf einem Berg.

00:02:22: und irgendwie hatten wir auch schon im Februar ein Stromausfall hier flächendeckend.

00:02:28: Und ja, also es bleibt spannend.

00:02:31: Es

00:02:31: bleibt spannend!

00:02:32: Aber heute Morgen hat das geklappt und da bin ich natürlich sehr froh.

00:02:35: Aber das zeigt auch mal wie schnell man dann so über Bord geworfen ist?

00:02:38: Wie sehr man sich gewöhnt, dass Dinge funktionieren, wenn sie in der Vergangenheit gut gelaufen sind, auch weiterhin gut laufen.

00:02:49: Da sind wir ein bisschen fast bei deinem Thema, weil auch dir ist es ja so ergangen.

00:02:53: Ich habe schon ein bisschen erzählt im Intro, dass du da eine graume Zeit lang Ja, großem Erfolg mit Zufriedenheit in deinem Beruf so gewesen bist.

00:03:01: Du hast dich wohl gefühlt du hast gute Arbeit geliefert.

00:03:04: Du bist auch von deinen Kollegen und Kollegen so angesehen worden Und dann war von einem Tag aufs andere alles plötzlich anders und leider war das nicht so schnell beruhen wie bei deinem Internetausfall sondern ja Das blieb dann auch so.

00:03:17: und da warst du plötzlich auf ganz andere Voraussetzungen gestellt und darüber hast du eben ein Buch geschrieben Und hast ja auch im Vorwort geschrieben, dass du eigentlich gar kein Buch schreiben wolltest.

00:03:30: Wie kam es denn dann zu diesem Sinneswandel?

00:03:33: Es war tatsächlich so eine Idee die nachts kommt also wenn man so nachts wach liegt.

00:03:39: das war in der Zeit sowieso bei einem sehr steigten Fall.

00:03:42: Eines Morgens bin ich aufgestanden und habe zu meinem Mann gesagt, weißt du was?

00:03:46: Ich muss darüber ein Buch schreiben.

00:03:49: Ich möchte einfach, dass man erfährt etwas, das mir wiederfahren ist.

00:03:56: Das finde ich spannend, dass du das so beschreibst.

00:03:58: Dass du aus diesem nächtlichen Grübeln sehr stark etwas herausgefunden hast mit dem Du dann ins Handeln kommen möchtest.

00:04:05: Oft ist es ja so, dass wir immer nur wieder noch eine Runde drehen und im Prinzip immer mehr verzagen.

00:04:12: Aber in dieser Nacht war das anders.

00:04:14: Da hast du plötzlich etwas gefunden was sich nach vorne bringt, was dir vielleicht auch selber helfen kann.

00:04:19: Was wolltest du denn vor allem erreichen?

00:04:22: Worum ging es dir dann?

00:04:23: Wenn man so ein Buch schreibt mit der Thematik, ist das ja doch auch immer ein Stück weit eine eigene Verarbeitung des Sachs.

00:04:29: Das war sicherlich in erster Linie meine Intention.

00:04:33: aber ich habe mir gedacht, dass was mir passiert ist betrifft sicher ganz viele andere Menschen auch und die möchte ich, dass sie sich da drin wieder finden.

00:04:46: Deswegen, ich habe ja für mich selbst dann erstmal das Thema Mobbing unter die Lupe genommen und so geht es ja ganz vielen anderen auch.

00:04:52: Ich hab dann in der Fachliteratur und den Studien sehr viel darüber recherchiert und da ist mir alles erst mal wie die Schuppen von Augen gefallen.

00:05:02: Ja, das muss jetzt eigentlich auch andere Betroffene erreichen.

00:05:05: Also mein Wissen möchte ich da einfach weitergeben.

00:05:08: Ich finde es hat auch einen ganz tollen Titel.

00:05:09: Wie bist du überhaupt auf den Titel gekommen?

00:05:11: Das

00:05:12: war auch so eine spontane Idee und ich hatte den Teufel irgendwie im Kopf und habe danach Sprichwörtern gesucht eben im Internet Und da gibt's tatsächlich dieses Sprichwort Wer mit dem Teufeltanz braucht Schuhe oder braucht ein gutes Schuhwerk?

00:05:28: Ich dachte, das passt doch bei mir wenigstens aufs Auge.

00:05:33: Alles

00:05:34: klar!

00:05:34: Nee ich kannte dieses Sprichwort tatsächlich nicht.

00:05:36: aber natürlich liegt es ja nah beim Teufel dann an etwas zu denken was einem richtig zur Last fällt und ich glaube da sind wir schon auch bei dem was dir da so widerfahren ist.

00:05:46: Aber bevor wir da so einsteigen würde ich gerne noch so'n bisschen besser verstehen wie's dir denn vorher ging.

00:05:51: Was waren so dein Aufgabenbereich?

00:05:53: Und was hat ihr denn da an deiner Arbeit gut gefallen?

00:05:56: Ich war ja im Marketing tätig, war da auch sehr stark redaktionell eingebunden.

00:06:00: Aber gerade in der Corona-Zeit wurden dann das Eventmanagement runtergefahren und hat mich dann auch stärker fokussiert aufs Contentmarketing also auch Social Media.

00:06:10: aber so wenn Steckenpferd war halt immer dieses Texte schreiben ob das jetzt Pressemitteilungen oder Fachartikel oder Werbetexte.

00:06:18: also da waren die ganze Bandbreite dabei und das ist so das was mir bis heute auch immer viel Spaß gemacht hat vorher dass ich mich da sehr wohl gefühlt habe.

00:06:28: Ich hatte auch so diese Wertschätzung, die man auch braucht durch die vorherige Vorgesetzte.

00:06:35: aber auch mir fällt da ein.

00:06:38: dieser Laudatio und zwar zu meinem zehnjährigen ist bei mir doch sehr gut ausgefallen und ich war dabei total berührt.

00:06:46: Und dann hat tatsächlich der Geschäftsführer noch ein Wort ergriffen und meinte, dass meine Texte immer perfekt sein.

00:06:54: Dass er gar nicht mehr drüber schauen müsste – das wird ja so viel bedeuten bei seinem guten Anspruch, weil er Autor ist von wissenschaftlichen Texten.

00:07:03: Und da, das hat mir so gut getan.

00:07:05: Kann ich absolut nachvollziehen und ich hab auch beim Zuhören gedacht ja du hast dich gesehen gefühlt, du hast diese Resonanz bekommen von deiner Vorgesetzten und dann eben aber auch darüber hinaus und dann gab's sogar diesen sehr schönen Moment.

00:07:17: Ich freu mich gerade im Rückblick dass es eben dann zu der Zeit noch nicht die neue Chefin war weil als sie kam wurde dann ja vieles sehr schnell auch anders.

00:07:25: Wie kündigte sich denn so das Bossing an?

00:07:28: Was passierte so im Einzelnen?

00:07:29: vielleicht nimmst du uns in zwei drei ganz konkrete.

00:07:33: Nächste Mal war es so, dass zur gleichen Zeit eine neue Teamkollegin eingestellt wurde.

00:07:39: Die sollte für mich die Eventorganisation übernehmen und die wurde doch gleich auch in den ersten Wochen stark schikaniert.

00:07:48: Und da ich Mentorin für diese Kolleginnen war habe ich mich dieser Thematik angenommen, habe mich da eingesetzt, bin noch zur HR-Abteilung thematisiert und dann muss ich sagen kurz darauf also gleich zwei Tage später war, ich dann ins Visier geraten.

00:08:05: Und das hat sich dann schon

00:08:07: auch

00:08:09: darin manifestiert dass ich eine sehr starke Isolation gespürt habe.

00:08:13: es ging schon in den ersten Tagen los, dass dann anderen Teamkolleginnen weiterhin gesprochen wurde und

00:08:19: mich hat

00:08:20: man so ein bisschen links liegen gelassen Und dann ging es in die Arbeit an Weisungen rein.

00:08:25: Da hat sich einiges verändert, meine Texte waren nicht in Ordnung.

00:08:31: Es wurden sehr viele Korrekturschleifen angeordnet von ihrer Seite und das ging über Wochen, über Monate.

00:08:39: Ich war es gewohnt, einen Text zu schreiben da guckt einer noch mal drüber und dann ist vielleicht klar an der eine oder anderen Stelle.

00:08:45: aber es war wirklich so dass es eine Dauerschutz Das Gleiche war von Texten, die eines einmal in Ordnung waren.

00:08:53: Beim nächsten Mal waren die gleichen Texte, die eben die Tage zuvor noch in Ordnungen waren wie da was und so ging das über Wochen, über Monate.

00:09:00: Da habe ich dann schon sehr starke Abwertung erlebt und war auch total verunsichert.

00:09:07: Das kann ich mir gut vorstellen.

00:09:08: Es hört sich ein bisschen nach Schikane an.

00:09:11: Einerseits war willkürlich, andererseits damit aber überhaupt nicht berechenbar und dann vielleicht doch irgendwo hatte das System.

00:09:18: Ist denn deine Menti von dem Schirm deiner Chefin geraten?

00:09:21: oder wie ist diese Geschichte weitergegangen?

00:09:23: Das wird mich gerade noch interessieren.

00:09:24: also hat sie dann von ihr abgelassen und hat sich dann auf dich gestürzt.

00:09:28: Wie kann man sich das vorstellen?

00:09:29: Ja die hatten sich dann alle auch ganz gut arrangiert.

00:09:33: es wurden dann noch alte Gespräche nochmal danach geführt mit mir nicht.

00:09:38: Es war aber tatsächlich so, dass wir auch gesagt haben, jetzt drücken wir den Resetknopf.

00:09:42: Jetzt fangen wir einfach noch mal von vorne an.

00:09:44: Jeder durfte auch sagen was ihm gestört hat vielleicht in den ersten paar Tagen.

00:09:50: es ist ja immer so ein Einruhen man muss sich aber erst mit einer neuen vorgesetzt und es dann aber so, dass sich niemand mehr für mich interessiert hat.

00:10:00: Also ich habe immer noch das Gespräch zu meinen Kolleginnen gesucht und hab gesagt, dass ich jetzt das Gefühl habe, dass hier das Visier auf mich gelegt ist, dass Ich ins Fadenkreuz geraten bin und die wollten davon auch nichts mehr hören.

00:10:16: Und die waren fein, also da gab's keine Schikane mehr!

00:10:20: War denn jemand vom Age auch dabei?

00:10:22: Also die haben dann eigentlich sich zurückgezogen und haben gesagt, sie wollen das jetzt erstmal so beobachten.

00:10:28: Und ich bin aber nicht mehr zur Personalabteilung und habe dann noch mal thematisiert, dass ich mich isoliert fühle oder dass ich gerade das Gefühl hab, dass da irgendwas in Schieflage gerät.

00:10:42: Ich bin doch ein Mensch der ... dass er erst mal mit sich ausmacht.

00:10:46: Hattest du denn auch die Hoffnung, dass dich das vielleicht doch dann legt?

00:10:49: Mit der Zeit oder was war so grundsätzlich mal so dein ... Was waren deine Gedanken und deine Gefühle dabei?

00:10:55: Du sagst ja grad, du bist ein Mensch, der das mit sich austrägt.

00:10:59: Mit wem hast du überhaupt darüber gesprochen?

00:11:01: Ja, und wie war so dein Selbstgespräch darüber?

00:11:04: Ähm, ja also ich hab mich natürlich da sehr ... isoliert gefühlt, abgewertet.

00:11:11: Und ich konnte auch erst mal mit der Situation nicht umgehen.

00:11:14: Ich hab dann sehr viel mit meinem Ehemann natürlich jeden Abend gesprochen und auch mit meiner Freundin.

00:11:20: Das ist so eine Situation, das nimmt dann sehr von seinem Privatleben ein.

00:11:27: Es war der erste Gedanke am Morgen oder am Abend.

00:11:30: Das war wirklich sehr schwierig da auf den Nenner zu kommen, denn letztendlich gibt ... Der eine oder der andere einen guten Rat und sagt, lass es nicht so nah an dich ran.

00:11:41: Irgendwann fand ich das Interesse an dir ... So hab ich das dann auch erst mal beherzigt.

00:11:47: Ich war halt ein loyaler Mensch und wollte jetzt da auch keinen Raum geben.

00:11:53: Dachte jetzt, das beruhigt sich irgendwie

00:11:56: wieder.".

00:11:57: Also ganz viel Hoffnung irgendwo auch ans Außen gerichtet?

00:12:00: Und vielleicht auch Tapferkeit?

00:12:01: Du sagst schon nicht zu viel Raum einnehmen, Ja, das nicht überdramatisieren zu wollen.

00:12:08: Gab's denn da auch mal so Momente wo du dann gegen dich selbst irgendwie innerlich vorgegangen bist?

00:12:12: Dass du dir irgendwo vielleicht auch Vorwürfe gemacht hast oder dass du damit dir selbst kritisch ins Gericht gegangen bist oder die kann ich mir das so vorstellen.

00:12:21: also so ein hinterfragen deiner Auch dessen was du da so wahrnimmst oder weil das sind ja oft auch so Dinge, die dann Menschen wieder fahren.

00:12:29: Die ist dann somit so letztlich auch in nazistischen Persönlichkeiten oftmals zu tun haben und es ist ja dann so dieses Gaslighting dass einem da irgendwo seguriert wird du nimmst das doch falsch war wenn du uns dann noch ein bisschen tiefer mitnimmest weil ich denke das ist ganz wichtig weil das auch Dinge sind die dann menschen widerfahren die dann eben auch von ähnlichen Sachen betroffen sein können.

00:12:50: Das war wirklich so, dass ich in der Hinsicht sehr stark an mir selbst gezweifelt habe.

00:12:56: Zunächst mal, ich bin ein sehr selbstkritischer Mensch.

00:12:58: Wenn mir jemand sagt, das jetzt meinem Texte nicht mehr in Ordnung sein und auch die modernisierte neue Arbeitsweise eben notwendig sei, dann hab' ich da erst einmal drüber nachgedacht und okay, dann kann ja auch gut sein dass ich meine Texte eben überarbeitungswürdig sind und dass man da jetzt am Anfang sich erst nochmal umstellen muss.

00:13:22: Aber als es dann über Wochen bzw.

00:13:24: Monate ging, war ich irgendwann nicht mehr so sicher was ich noch falsch mache.

00:13:29: Ich hatte diese verschobene Wahrnehmung, ich hatte immer das Gefühl Es ist nicht recht ausreichend was ich mache.

00:13:36: Ich komme einfach nie ans Ziel, ich werde immer wieder demotiviert und das drückt ganz sehr auf die Stimmung und auf das Selbstbewusstsein also mein Selbstwertgefühl gegen den Keller und ich übergedacht sie ist ja die Chefin Sie is ja neutral, sie kann mir gerade erst jetzt unternehmen.

00:13:56: Also wenn sie sagt dass meine Arbeitsweise überholungsbedürftig ist dann wird es schon seine Richtigkeit haben.

00:14:04: Und ja, ich habe das natürlich erst mal so verinnerlicht.

00:14:08: Hast du denn dann von da an auch nur noch ihr direkt zugeordnet?

00:14:12: Gab es nicht Situationen wo du auch anderen ... Du hast ja erzählt dass vorher der Geschäftsführer da reagiert hatte also gab es das nicht mehr.

00:14:18: bist du da auch ein Stück weit irgendwo isoliert worden sodass du auch keine andere Resonanz mehr erleben konntest von anderen Teammitgliedern die dir dann vielleicht dieses Kompetencerleben hätten noch verschaffen können?

00:14:33: Endlich war ich isoliert und war ihr zugeteilt.

00:14:36: Und war dann auch darauf angewiesen, dass sie meinen Bereich wertschützt oder eben nicht.

00:14:43: Dadurch kam gar kein anderer Einfluss mehr auf mich also weder von der Geschäftsleitung.

00:14:49: die waren dann auch erst mal froh das jetzt da eine neue Marketing Leitung eingestellt wurde.

00:14:55: Da war ich dann allein gelassen.

00:14:58: Wie bist du damit umgegangen, wenn dich an jemand gefragt hat wie es dir so geht?

00:15:02: Ich habe mich vielleicht auch ein Stück weit nicht getraut darüber zu sprechen.

00:15:05: Ich dachte dann sieht's noch mehr Kreise das ganze denn wir hatten ja schon zu Beginn eben dieses Meeting mit der Erleitung und dass wir diesen Resetknopf gedrückt haben war ja auch eine gute Entscheidung.

00:15:17: und da wenn ich jetzt wieder komme und das thematisiere dann nimmt man mich vielleicht nicht ernst.

00:15:24: Ja, ich habe mich einfach nicht getraut darüber zu sprechen.

00:15:26: Verhießt es auch so ein Generation X, dass man gewohnt ist belastende und negative Umstände zu akzeptieren ohne da aktiv entgegenzuwirken?

00:15:37: Würdest du dann sagen, dass du dich in der Zeit doch zu stark untergeordnet hast und eben so gemeinschaftsdienlich verhalten?

00:15:44: Und wenn man so viel doch letztlich auch People Pleasing-mäßig also dich zu stark da angepasst hast.

00:15:49: Zu Konsens und harmonieorientiert gewesen bist und zu wenig für deine eigenen Bedürfnisse geschaut hast.

00:15:56: Also eigentlich das ganze Repertoire eines typischen People Pleasings.

00:16:01: Du sagst jetzt schon ein bisschen die Generationenthematik sicherlich auch so ein Stück weit... vielleicht auch nochmal aufgearbeitet haben, was da auch so in deiner Vergangenheit Anträgungen am Start waren.

00:16:12: Also dass das auch Botschaften waren die dir so mitgegeben wurden im Verlauf deines Lebens?

00:16:17: Dass man da nicht zu viel Raum einnimmt.

00:16:19: Das hast du jetzt ja auch verschiedentlich gesagt.

00:16:23: Ja und dadurch, dass ich ein harmoniebedürftiger Mensch bin... Wollte ich dann auf dem Ganzen noch diese Zeit geben, immer noch im Hinterkopf zu haben, dass sich das irgendwann wieder regelt.

00:16:35: Denn ich war das gewohnt, dass man so nicht miteinander

00:16:38: umgeht.

00:16:38: Klar sie hatte jetzt eine stärkere Weisungsbefugnis.

00:16:41: Das macht es eben auch besonders schwierig, dass Mobbing was von Chefs oder Chefinn ausgeht, was eben das Bossing ist... der eine Machtasymetrie, gleichzeitig warst du ja sehr viel länger schon in dieser Organisation und du hattest auch nach dem Zehnjährigen mitbekommen wie positiv deine Arbeit wahrgenommen wird.

00:16:57: Das heißt es ist ganz schnell zusammengeschmolzen so diese Vorschusskredite den du da ja hattes ihr gegenüber.

00:17:03: also sie war ja ein unbeschriebenes Blatt was ihre Kompetenz anbelangt und Du warst ja jemand der ja bekannt war und dafür stand gute Arbeit zu leisten Hättest du hier auch denken können Mit einer breiten Brust sozusagen.

00:17:15: Also ich bin ja hier nun die vorher schon da war und ich weiß ja genau, dass ich gute Arbeit mache.

00:17:21: Und was denkst du wäre vielleicht anders gewesen wenn du dich hingestellt hättest und gesagt hättess?

00:17:26: So jetzt habe ich ein paar mal versucht ihre oder dein... Ich weiss nicht.

00:17:29: War dir per sie, war dir per du?

00:17:31: Ja das ist die Kultur dort

00:17:33: per du.

00:17:34: Also jetzt hab' ich da nun wirklich versucht, hab es ernst genommen.

00:17:38: Ich hab diese ganzen verschiedenen Dinge eingearbeitet Und ich muss dir ganz ehrlich sagen, das irritiert mich doch gravierend.

00:17:44: Dass du nach wie vor da jetzt immer noch ein Haar in der Suche befindest... Das ist das Gegenteil von dem was mir bislang wiederfahren ist.

00:17:50: War das für dich total abwegig oder hast du das ansatzweise sicherlich mit anderen Worten versucht?

00:17:55: Oder was hättest Du in dieser Phase vielleicht tun können, was Dir dann einen anderen Push hätte geben können?

00:18:02: Ganz schwer zu beantworten!

00:18:04: Denn auf heutiger Sicht würde man sichern nicht oder würde ich vermutlich vieles anders machen.

00:18:10: Ich würde sicherlich auch die Geschäftsleitung direkt einbinden, könnte ich mir vorstellen dass das ein Defizit war von meiner Seite.

00:18:21: Wenn man das dann zu lange geschehen lässt Das ging ja über eine ganze Zeit Dann wird das Selbstvertrauen nicht gerade größern.

00:18:27: Am Anfang stand doch dieser Unterschied.

00:18:30: Du kannst ja auf was rückblicken.

00:18:32: du hattest deine Erfolgsstory wenn du da vielleicht zu einem früheren Zeitpunkt nicht drei, vier, fünf, sechs Korrektorschleifen akzeptiert hättest sondern deutlich früher gesagt hätte so und jetzt habe ich dreimal verändert.

00:18:42: Und jetzt ist gut Jetzt möchtest mal besser verstehen.

00:18:44: aber indem du so lange immer wieder gesagt hast ne ich halt mal den Ball lieber flach und ach nee komm ich warte nochmal und dann sagst du ja schon Du bist auch jemand der da eher bescheiden ist und zurückhalt die Hoffnung stirbt zuletzt Aber irgendwann stirbt sie und irgendwann war der Moment wo du dir gesagt hast So jetzt reicht's aber was es da passiert.

00:19:03: also der Wendepunkt hin zu einem.

00:19:05: Jetzt lass ich mir das so nicht mehr gefallen.

00:19:07: Ich lasse mit die Butter nicht mehr vom Brot nehmen, wie es so schön in meinem Buch jetzt auch Titel.

00:19:12: Ja genau!

00:19:13: Also letztendlich ist es auch so dass die ganze Dynamik, das vergisst man immer, man kann das einfach nicht isoliert betrachten.

00:19:21: Das ist diese Schleichen, dieses subtile Art und Weise wieder... Mopper mit den Menschen umgeht, irgendwann verlierst du das Gefühl zur Realität.

00:19:33: Natürlich hätte ich sagen können ja jetzt bin ich schon zwölf Jahre im Unternehmen von meiner Expertise unweigerlich profitieren können.

00:19:42: also völlig Unlogisch, dass man ein Mensch der so lange im Unternehmen ist, der ein tolles Back-up gewesen wäre.

00:19:51: Auf meine Erfahrungen zu verzichten und mich letztendlich aus dem Unternehmen zu drängen.

00:19:56: Also völlig unlogisch und irrational!

00:20:00: Aber ja das gab dann wirklich diesen entscheidenden Punkt.

00:20:03: Wir hatten immer so ein wöchentliches One to one Meeting also so ein Aufgabengespräch Und es war dann schon nach den Monaten der Einstieg ein ganz anderer War.

00:20:14: Sie hat mir erst mal zu verstehen gegeben, dass meine Arbeit sowohl quantitativ als auch qualitativ nicht den Ansprüchen genügen würde.

00:20:25: Ich sollte doch mehr in den nächsten drei Tagen ein neues Aufgabengebiet überlegen, das ich fehlerfrei wirklich... Dass ich fehlar frei durchführen könnte.

00:20:36: Das war so der Wendepunkt ... meiner Karriere eben in der Karrierei, in diesem Unternehmen.

00:20:43: Also dieses neue Aufgabengebet zu definieren.

00:20:46: Mir hat's wirklich den Boden unter den Füßen weggezogen.

00:20:49: Ich hab auch im Moment nicht dem ganzen Ernsthaftigkeit zugesprochen.

00:20:56: Ich habe sie dann angeschaut und so getan wie wenn mich das nicht berührt.

00:21:01: Hab dann einfach doch meine Punkte abgehakt die zu besprechen waren Und erst als ich zu Hause war, bin ich dann wirklich ... Ja.

00:21:13: Bin ich ... Ich möchte sagen in ein Loch gefallen.

00:21:17: Es ist sehr emotional jetzt auch noch mal darüber zu sprechen für mich.

00:21:22: Ich bin da zum Arzt oder meiner Hausärztin und die hat dann auch gemerkt wie es mir geht.

00:21:30: Ich hatte ja auch über Monate schon sehr wenig Schlaf starke Reizdam-Probleme, die sich so ausgeprägt haben.

00:21:40: Das an dem Tag ist wirklich für mich die Welt zusammengebrochen.

00:21:45: Es hört sich so an und ich spür das jetzt auf, wenn du davon berichtest.

00:21:49: Und ich kann es sehr gut nachvollziehen.

00:21:50: Gleichzeitig war's wahrscheinlich trotzdem auch deine Rettung, dass dein Körper da an der Stelle das damals sehr deutlich gemacht hat.

00:21:58: Er hatte das ja schon vorher gezeigt mit Nichtschlafenkönnen und anderen Symptomen die du beschreibst.

00:22:04: Du bist immer tapfer doch noch drüber weggegangen hast versucht es doch noch besser zu machen und vielleicht doch noch abzuwenden.

00:22:12: Ja, an der Stelle hat es das absolut übertrieben.

00:22:16: Albern halt nicht mehr zu überbieten.

00:22:19: Dass sie den ich gesagt hat, ja dann irgendwie einen Besen in die Hand gedrückt hat und gesagt hat so ... Dann kann das mal dein zukünftiger Job sein?

00:22:26: Das wirst du noch hinkriegen, den Boden hier auszufegen ungefähr.

00:22:30: Und da hast du gesagt, jetzt reicht's!

00:22:32: Also, dein Körper hat es erst einmal gesagt und er hat dich dann ermächtigt wenn man so will weil du dir so tapfer warst und so bescheiden und zurückhaltend hast du dir das vorher ... auf eine Art nicht genommen und jetzt hat der Körper für dich dann entschieden.

00:22:48: Und da darf man im Rückblick dankbar sein, weil vielleicht noch gröberer Schaden abgewendet wurde.

00:22:53: dadurch?

00:22:54: Vielleicht!

00:22:55: Dann haben auch die anderen Menschen richtig reagiert und nicht noch hinterfragt sondern gesagt selbstverständlich jetzt wirst du erstmal rausgezogen aus diesem System, weil das war ja dringend notwendig dass du daraus kommst.

00:23:06: und wie ging es denn weiter?

00:23:07: Absolut, also mein Körper hat die Reißleine gezogen.

00:23:12: Ja, wie ging es weiter?

00:23:13: Ich hatte die Idee beziehungsweise einer Kollegin aus einer anderen Abteilung, die aus einem neutralem Gebiet kam und mich darauf hingewiesen, dass ich doch mal bei einer Gewerkschaft anrufen könnte Sitzen tatsächlich sehr empathische und kompetente Menschen, das muss man sagen.

00:23:34: Die nehmen sich Zeit und haben sich die ganze Geschichte angehört und dann auch mehr Ratschläge gegeben.

00:23:40: und ja und eben diese asymmetrische Gesprächsführung die er drei Tage später dann angesetzt war.

00:23:48: Davon wurde mir abgeraten, denn die Erleiterin sollte auch dort in dem Gespräch dabei sein und mich da mein neues Aufgabengebiet skizzieren sollte.

00:24:01: Und ich habe immer drüber nachgedacht.

00:24:03: was soll ich jetzt da vorstellen?

00:24:07: Mein Mann hat dann abends gesagt ja Wenn jemand einen neuen Job für dich sich überlegt, dann

00:24:14: musst

00:24:14: du es doch der von der Seite kommen.

00:24:16: Absurdig!

00:24:18: Das war ja eine Demütigung, ne?

00:24:19: Ja, ja.

00:24:20: Da

00:24:20: hätte stattfinden sollen und ... Nein also... Und das würde mich noch mal interessieren bei der Gewerkschaft hattest du da den Eindruck dass denen das häufiger so passt, also dass sie viel Erfahrung zu haben, dass die da viele solcher Fälle kennen, ja du nix.

00:24:37: Ja, ja.

00:24:38: Die haben sehr viel in der Hinsicht.

00:24:41: Der wusste gleich – ich habe ihm die letzten Monate geschildert und er hat mir sofort das Gefühl gegeben dass ich verstanden bin.

00:24:48: Er wusste geladet was da abläuft hat mir dann auch schon die ganzen Fachbegriffe genannt und der war sehr verständnisvoll.

00:24:58: Und da habe ich mich sowohl gefühlt, weil endlich das erste Mal nach Monaten konnte ich mit jemandem sprechen, der das alles nachvollziehen konnte, weil er eben aus seiner Arbeit, aus seiner täglichen Arbeit wirklich so einschätzen kann und beurteilen kann.

00:25:15: Das glaube ich.

00:25:15: und eben das ist ja auch so etwas.

00:25:17: Ganz häufig denken wir, dass es so ein Charakterfehler ist.

00:25:20: Es liegt dann doch irgendwo an mir.

00:25:22: Und dann zu merken nein, das ist ein strukturelles systematisches Thema und das hat Systemen und es gibt andere Fälle wo's ganz genau so gelaufen ist unabhängig von den ganz konkreten Details aber so von den Mechanismen die da praktiziert werden.

00:25:35: und du bist als Opfer gewesen und du hast dann entschieden das bin ich jetzt nicht Länger.

00:25:40: Ich lass das jetzt nicht mit mir machen, ich mach da nicht

00:25:42: mit.".

00:25:43: Wie wurde denn darauf reagiert als du gesagt hast ja, ich komme zu dieser Sitzung?

00:25:47: Ich hab so gesagt, ich bin krank und kann jetzt nicht zur Sitzungen kommen oder wie hast du das

00:25:50: kommuniziert?".

00:25:52: Ja letztendlich ging es dann auch über diese Krankmeldung.

00:25:55: an der Bar hat sich bei mir ein Riesenloch aufgetan und hatte dann einen Zusammenbruch in der Form dass ich einfach nervlich total am Ende war.

00:26:06: Ich bin ja wie gesagt zur Hausärztin und die hat mich sofort krankgeschrieben.

00:26:09: Die hat gesagt, Frau Hosemann da müssen wir ... Da können Sie jetzt erst mal nicht mehr in zur Arbeit das ... Ja, dann müssen wir interminieren!

00:26:18: Und ich bin dann auch ein paar Tage später zum Anwalt für Fach-, also zu einem Fachanwaltsverarbeitsrecht.

00:26:28: Da war auch dann der nächste Schritt, wo ich gespürt hab.

00:26:32: Da ist jemand, der das Ganze mit ihr versteht und mir Tipps gibt ... Ab dem Moment war ich dann auch so eingebettet in das Ganze, dass sich jemand um mich kümmert.

00:26:42: Das hat mir schon gut getan.

00:26:44: Also quasi geholfen hat dir eben einfach wirklich im ersten Moment mal erst mal mit jemandem sprechen zu können außerhalb deines Freundes- und Familienkreises, der dir zeigt, Das passiert anderen auch und auch den Eindruck vermittelt hat, die Kompetenz zu haben.

00:27:02: Und zu wissen was können jetzt sinnvolle nächste Schritte sein?

00:27:05: Deine Ärztinnen aber eben auch bei der Gewerkschaft und dann eben auch ganz konkrete Vorschläge, was du tun kannst.

00:27:11: Was sind da so für Dinge, die du jetzt auch an Menschen weitergeben kannst, die jetzt merken ja ich bin da jetzt auch so betroffen.

00:27:17: Was ist das so für Schlüsselfaktoren zu nennen, was dann im weiteren Verlauf dir dann auch noch geholfen hat?

00:27:23: So, letztendlich hatte ich ja durch die abendliche Routine automatisch ein Mobbing-Tagebuch begonnen.

00:27:29: Ohne dass sich jetzt wusste das es wichtig sei und es war auch das erste nachdem der Anwalt gefragt hat ob ich denn einen Mobbingtagebuch geführt habe.

00:27:38: Ich hab ihm das dann auf den Tisch gelegen, er sagt doch perfekt weil genau das ist die Grundlage um auch gerichtlich Möglichkeiten zu haben, also gerade was die Beweislast angeht.

00:27:50: Wobei natürlich das in Deutschland relativ schwierig ist muss man auch sagen mit Zeugen

00:27:56: etc.,

00:27:56: aber was ich so mitbekommen habe, was sehr wichtig ist es wirklich diese Unterstützung sich zu suchen.

00:28:04: Also gleich zu Beginn wenn man das spürt da ist irgendwie etwas in Schieflage sich rechtzeitig Unterstützung zu suchen nicht nur eine Vertrauensperson im im Unternehmen, die aus einer anderen Abteilung ist sondern therapeutisch offen darüber sprechen.

00:28:19: Wenn die HR-Abteilung neutral ist dann natürlich auch die mit einbinden.

00:28:25: oder welchen Betriebsrat gibt?

00:28:28: es gibt da so viel Möglichkeiten.

00:28:29: ich habe das in einem Kapitel bei mir im Buch Kapitel fünf wenn man durchblättert wenn ich das alles gewusst hätte das ist so umfangreich was es doch an Möglichkeiten gibt Wirklich gut.

00:28:45: Mhm,

00:28:46: inwiefern denkst du denn auch könnten Organisationen da so ein bisschen stärker prophylaktisch präventiv unterwegs sein?

00:28:54: Weil gerade wenn jetzt ja auch seitens der Gewerkschaft sich zeigt das ist ein Thema was auch andere betrifft hat das ja eine Relevanz.

00:29:04: Thema Prävention interessanter Ansatz denn allein darüber lässt ich glaube schon ein separaterem Postcast irgendwie beziehen.

00:29:14: Ich habe auch gerade ein Fartig geht da drüber geschrieben, es gibt ja sowohl die strukturelle als auch die kulturelle Prävention.

00:29:21: das ist ja so umfangreich.

00:29:23: zunächst mal ist ja auch diese Unternehmenskultur die offen sein muss.

00:29:27: es muss ja Verhaltungsrichtlinien müssen geschaffen werden, es müssen die Führungskräfte geschult werden.

00:29:33: aber im nächsten Schritt ist hier auch dieser Intervention.

00:29:37: also es braucht ein Meldesystem sowohl online Anlaufstellen, das Konfliktmanagement ist ein ganz wichtiger Punkt.

00:29:45: Es müssen regelmäßige Befragungen im Unternehmen durchgeführt werden.

00:29:50: Also die Organisation hat da schon sehr viele Möglichkeiten.

00:29:53: Das muss aber auch kommuniziert werden im Unternehmen.

00:29:56: Das muß alles transparent sein und die Mitarbeitenden müssen das Gefühl haben.

00:30:01: Da werde ich ernst genommen und das ist ein Thema.

00:30:05: Das ist nicht nur auf der Webseite schön schreiben, sondern wirklich auch das Leben im aktuellen Tagesgeschäft.

00:30:15: Wenn du jetzt ein bisschen Abstand zu dieser Sache hast mit welchen Gefühlen blickst du in Summe auf diese Zeit zurück?

00:30:21: Sehr gemischte Gefühle.

00:30:23: Es ist auch immer noch eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit dem Thema.

00:30:28: natürlich, einerseits bin ich sehr traurig wie das alles gelaufen ist dass Loyalität und Leistung

00:30:35: eben

00:30:36: nicht mit Gerechtigkeit belohnt wird.

00:30:38: andererseits erfahre ich hier durch sicherlich auch eine Art Stärkung die ich dabei nehme.

00:30:45: aus der Erfahrung

00:30:47: Das kann ich mir vorstellen.

00:30:48: Wie lange liegt es jetzt zurück?

00:30:51: Wer jetzt genau ein Jahr?

00:30:53: Also, dann ist es relativ frisch.

00:30:54: Dann hast du sehr schnell das Buch geschrieben und auch schneller auf den Markt gebracht.

00:30:58: Hast du denn noch zu jemandem Kontakt aus dieser Zeit von dieser Organisation?

00:31:02: oder vielleicht diese Kollegen aus der Nachbarabteilung?

00:31:07: Genau!

00:31:08: Da ist eine Freundschaft raus entstanden.

00:31:11: Allein dafür war schon was ganz Gutes, dass ich da in Kontakt geblieben bin.

00:31:16: Das hat mir sehr viel geholfen.

00:31:18: Ansonsten habe ich kein Kontakt mehr.

00:31:21: Ich glaube auch, genau in solchen Zeiten sind auch Ressourcen so sehr wichtig und da beweisen sich dann auch Menschen zeigen dann auch ob sie einem die Stange halten und einen da unterstützen.

00:31:32: gleichzeitig hast du dich selbst auch unterstützt?

00:31:35: Hast dir selbst auch die Stangen gehalten und ich versuche ja auch immer das Optimistische daraus zu kehren eben zu sagen Wir haben auch ganz viele Ressourcen in uns drin.

00:31:44: Auch wenn vielleicht dein Charakter dich da so ein bisschen zurückgehalten hat, weil du dann doch sagen wir mal jemand der egoistischer also aber auch im positiven Sinne mit mehr Selbstliebe da vielleicht am Start gewesen wäre und auch die Partei für sich selbst schneller ergriffen hätte, hätte sich vielleicht etwas früher gewährt.

00:32:03: Und dass keiner einem einfach nur wieder zeigen ist tut ganz gut, auch mal in sich zu heuchen.

00:32:09: Was für unterschiedliche Regungen zeigen sich?

00:32:12: Und irgendwie so dieser Teil der sich das nicht bieten lassen wollte vielleicht den noch früher rauszukitzeln und da in den Dialog mit sich selbst zu gehen.

00:32:21: aber das sagt sich so leicht absolut gut verstehen, weil ich ähnliches erlebt habe in meinem weniger drastisch aber auch rückblickend dann sagen kann mein Gott da hast du dir aber wirklich lange was bieten lassen und das hast du ja eigentlich gar nicht nötig.

00:32:36: Also von daher volles Verständnis für deine Situation und auch ganz großen Respekt, wie du das gelöst hast.

00:32:43: Also ich finde es ist ein Vorbild und ich find' es auch sehr schön dass du das jetzt hier nochmal mit uns so teilst und dann eben auch in deinem Buch noch mal so gut sortiert hast weil man merkt wirklich wenn man das liest, dass da ein Profi Text verfasst hat.

00:32:57: also da sitzt jedes Wort und es liest sich sehr sehr spannend auch wenn es eben doch ein Fachbuch ist.

00:33:02: Es hört sich vielleicht ein bisschen gemein an, weil das war ja deine Geschichte und ich sag jetzt, es liest sich spannend.

00:33:07: Aber es ist teilweise atemberaubend, weil man denkt, dass kann ja gar nicht wahr sein.

00:33:10: also mit dem Außenblick so schaut dann denkst du doch vielleicht manchmal auch, das ist mir jetzt wirklich passiert, kann man ja auch irgendwie unglaublich sein.

00:33:19: hätte man dir das vor fünf Jahren erzählt hättest du gesagt nein im Leben nicht?

00:33:24: Dass sowas passieren könnte.

00:33:25: aber eben das passiert.

00:33:27: was hat sich denn durch diese Bossing Erfahrung für dich verändert?

00:33:31: Ich habe sicher nicht einen ein feineres Gespür für Warnzeichen.

00:33:35: Ich bin auch achtsamer geworden, ich werde sicherlich meine beruflichen Entscheidungen konsequente an meinen Wertenausrichten.

00:33:43: Das wäre jetzt so das was

00:33:44: mir in Spontanen

00:33:46: sagen würde aber es reitet sich sicherlich auch in ganz vielen anderen Bereichen aus.

00:33:52: Ja ich war natürlich sehr gern früher hellhöriger gewesen also das muss man sagen

00:34:01: Und trotzdem glaube ich, ist es ganz wertvoll.

00:34:03: Auch da ist das natürlich jetzt so von deiner Konstitution her, dass du da auch wahrscheinlich eher dazu tendierst wieder rückblickend noch mal Punkte rauszugreifen.

00:34:13: So nach dem Motto, das hätte man doch besser machen können.

00:34:15: aber wenn Du jetzt mal ganz positiv drüber sprechen darf, ist nach vorne gerichtet was wird dadurch für Dich möglich?

00:34:22: Ich würde mich gerne in der Prävention engagieren.

00:34:26: vielleicht ist es dafür, kann ich da etwas Positives abgewinnen.

00:34:31: Ich mache aus meiner Geschichte eine Weiterführung und setze mich für Prävention am Arbeitsplatz ein.

00:34:40: Wenn du jetzt nochmal an unsere zuhörenden Denks, ja auch da vielleicht vom Naturell eben auch eher so die bescheidenen Zurückhaltenden im Visier hast, magst du dann noch mal so ne Haupterkenntnis oder Botschaft mitgeben?

00:34:52: Also hier, je nachdem wir uns zuhören würde ich sagen zunächst mal Mobbing geht alle an.

00:34:58: Wir tragen alleine eine gesellschaftliche Verantwortung.

00:35:02: nichtsdestotrotz für die Betroffenen ist es ganz wichtig zu sagen Ich bin nicht allein und es liegt eben auch nicht an dir, sondern an den Rahmenbedingungen, an den Strukturen.

00:35:15: Und dann einem Menschen der mit sich nicht im Reinen ist aber der das auf dich transportiert.

00:35:20: Das ist nicht okay und deswegen nicht wegschauen für alle Beteiligten und dem Umfeld wichtig drüber zu

00:35:27: sprechen.".

00:35:29: Was ist das Schlimmste, was man tun kann?

00:35:31: Wie kann man besonders schlecht reagieren auf, sag ich mal auch so einen Hilferuf der dann zu kommt.

00:35:37: Wegschauen, weghören, genau das ist ein Nährboden.

00:35:42: Das ist etwas die MOBA für ...

00:35:45: als

00:35:46: Nährboden.

00:35:47: Den Kontext, der das Ganze dann nochmal verschlimmert und letztlich auch noch mal eine größere Tragweite bringt wenn man das dann realisiert.

00:35:56: also ich weiß genau was du meinst und ich hätte es jetzt so gesagt Im Umkehrschluss natürlich genau das Gegenteil zu machen.

00:36:02: Das hast du ja auch vorher gesagt, aber um vielleicht noch mal deutlich zu machen, welcher Schaden angerichtet werden kann wenn man eben dann so reagiert und ich meine es ist ja auch schon so, wenn ein Kind irgendwie hinfällt und man gleich so sagt ach is nicht so schlimm, dann denkt das Kind muss sich wohl noch lauter schreien damit die Mama das kapiert und das ist aber einen Druck den jetzt diese betroffene Person nicht noch zusätzlich braucht.

00:36:21: Und daran darf man sich glaube ich orientieren.

00:36:23: und ich mein du bist damals aus heiterem Himmel.

00:36:26: Ja du hast im Prinzip da jemandem geholfen Und dann hast du plötzlich den Angriff auf dich gelenkt damit.

00:36:33: Wer weiß, vielleicht konntest du es am Ende besser nehmen als dein Menti das hätte nehmen können?

00:36:37: Vielleicht hast du da auch indirekt doch wieder ein gutes Werk getan nicht willendlich.

00:36:41: Eine schöne Perspektive von dir ja!

00:36:43: Ja, vielleicht hat dieser Weg dich dahin getragen und ich würde mich sehr darüber freuen wenn du diese Vision oder Mission, wenn du die realisieren könntest.

00:36:52: Ich denke da ist noch ganz viel zu tun und mehr Aufklärungsarbeit in die Organisation zu bringen sind auch die Multiplikatoren, weil wir können individuell natürlich ganz viel tun.

00:37:03: Aber entscheidend ist natürlich auch im Miteinander aber eben auch dass die Organisation erkennen das ist ein Thema das lacht bislang zu brach und dem sollten wir uns widmen.

00:37:12: Und wenn unser Gespräch dazu beigetragen haben sollte würde ich mich sehr darüber freuen und ansonsten natürlich auch dein Buch!

00:37:19: Liebe Marian, herzlichen Dank fürs hier sein und Ich bin wirklich happy, dass es heute mit dem Internet auch wirklich geklappt hat.

00:37:25: Vielen Dank.

00:37:26: Ich freu mich auch sehr,

00:37:27: dass ich bei dir im Podcast sein darf!

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