#89 - Narzisstische Verletzungen in Elternbeziehungen - wie wir heute heilen können. Mit Madeline Hellmann

Shownotes

Was passiert, wenn ein Kind früh lernt, dass Liebe, Anerkennung und Zugehörigkeit von Leistung, Anpassung oder Wohlverhalten abhängen?

In dieser Folge ist Madeline Hellmann erneut zu Gast, nachdem sie bereits im vergangenen Jahr in der Folge 37 war. Madeline ist Heilpraktikerin für Psychotherapie und begleitet Menschen bei der Aufarbeitung von narzisstisch geprägten Elternbeziehungen, toxischen Bindungen und belastenden Beziehungsmustern.

Wir sprechen bewusst nicht vorschnell von „Narzissten“, sondern über narzisstisch akzentuiertes Verhalten: fehlende Empathie, ständige Kritik, hohe Erwartungen, das Kind als Erweiterung der eigenen Person und die Schwierigkeit, es dem Elternteil jemals recht machen zu können.

Ein Schwerpunkt liegt auf den typischen Rollen in solchen Familiensystemen: dem Goldkind und dem schwarzen Schaf. Diese Rollen können bis weit ins Erwachsenenleben hineinwirken und Glaubenssätze hinterlassen wie:

  • „Ich bin nicht gut genug.“
  • „Ich muss mich mehr anstrengen.“
  • „Ich bin verantwortlich.“
  • „Ich muss um Liebe kämpfen.“

Daraus kann eine hohe Anpassungsfähigkeit entstehen, die zunächst wie eine Stärke wirkt, später jedoch in People Pleasing, fehlende Grenzen und ungleiche Beziehungen führen kann.

Wir sprechen außerdem darüber,

  • warum viele erwachsene Menschen immer noch lange auf die Anerkennung ihrer Eltern hoffen,
  • weshalb sich narzisstisch geprägte Eltern meist nur schwer verändern lassen,
  • welche Bedeutung Trauer, Wut und Schuldgefühle im Ablösungsprozess haben,
  • wie man mit Druck durch Geschwister und andere Familienmitglieder umgehen kann,
  • wann Distanz oder ein Kontaktabbruch notwendig werden können,
  • und wie Eltern ihre eigenen Kinder vor einer Wiederholung alter Muster schützen können.

Eine persönliche und zugleich sehr klare Folge über Abgrenzung, Akzeptanz und den Mut, zum Zyklusbrecher oder zur Zyklusbrecherin zu werden.

Die wichtigste Botschaft dieser Folgte lautet: Du bist nicht schuld daran, wie dein Elternteil dich behandelt hat. Mit dir ist nichts falsch, und du darfst dein eigenes Leben leben.


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Feedback, Anregungen und Themenwünsche nehme ich gerne per E-Mail entgegen: info@verena-stahl.ch

Transkript anzeigen

00:00:06: Liedership, Karriere und Selbstentwicklung.

00:00:09: Und das ganz ohne Peep-A-Pleasing?

00:00:12: Geht nicht!

00:00:13: Doch selbstverständlich hol dir spannende Einblicke und interessante Denkanstöße bei PipepleasingAD dem Podcast für Liederschip & Karrieren mit Sanftut und Stärke.

00:00:26: Ich bin Verena Komm.

00:00:27: legen wir los.

00:00:33: Hallo und herzlich willkommen bei Pippepleasing AD.

00:00:35: Heute habe ich mir wieder eine Gesprächspartnerin in meinen Podcast eingeladen, die schon einmal bei mir zu Gast war.

00:00:54: Diese Folge gehört bis heute zu den meistgehörten in meinem Podcast.

00:00:58: Und genau deshalb knüpfen wir heute daran an!

00:01:01: Wir vertiefen einen Bereich, den wir damals nur kurz angerissen haben – nämlich das nazistische Elternteil.

00:01:08: Madeline ist Heilpraktikerin für Psychotherapie und hat sich auf Nazismus-, Elternbeziehungen, toxische Bindung- und Aufarbeitungsprozesse spezialisiert.

00:01:18: Also lass uns direkt einsteigen in mein Gespräch mit Madline Hellmann.

00:01:22: Schönen guten Morgen, liebe Madeleine.

00:01:24: Ich freue mich, dich hier begrüßen zu dürfen in meinem Podcast!

00:01:27: Ja sehr schön wieder bei dir zu sein.

00:01:29: ich freue mich auch.

00:01:30: Ich habe gerade schon unseren Zuhörerinnen erzählt dass du ja vor einem Jahr in der Folge siebendreißig schon mal da warst und da haben wir natürlich schon so ein paar Grundlagen gelegt aber sicherlich nicht alle die heute zugeschaltet haben die Folge von damals kennen.

00:01:43: würde ich dich bitten das du nochmal ausführst was du unter der nazistischen Akzentuierung verstehst und warum du eben ganz bewusst nicht von Nazisten sprichst?

00:01:52: Nazismus ist ein Persönlichkeitsmerkmal und so wie du gerade gesagt hast, unterscheidet man zwischen der Akzentuierung und der Persönlichkeit Störung.

00:02:00: Für die Störungen müssen eben laut DSM-V Diagnostik in Statistical Manual of Mental Disorders gewisse Kriterien erfüllt sein.

00:02:08: Und ich spreche deshalb nicht von Narzisten oder Narcistin weil wir ja gar nicht wissen ob sie eine Diagnose erhalten haben.

00:02:17: Wir können sagen, die haben gewisse Ausprägungen.

00:02:19: Die haben stark ausgeprägte Züge und was wäre dann diese Akzentuierung?

00:02:24: Und wir wollen natürlich auch nicht so eine Stigmatisierung.

00:02:27: Es geht nicht darum irgendwelche Schubladen aufzumachen sondern über das Verhalten zu sprechen.

00:02:32: Genau richtig!

00:02:33: Das Verhalten

00:02:34: Richtig.

00:02:34: Jetzt geht es uns ja heute ganz besonders um das Thema nazistisches Elternteil, weil das haben wir beim letzten Mal gestreift aber da haben wir gemerkt, dass wird einfach zu viel.

00:02:42: Das ist ein ganz großes Thema für sich genommen.

00:02:45: Seigen wir doch damals direkt bei einen, weil ich bin sicher, das wird jetzt auch einige Zuhörende beschäftigen.

00:02:50: Woran kann ich das denn erkennen?

00:02:52: Ob ich ein nazistisches Elternteil habe oder eben ein Elterenteil mit nazistischer Akzentuierung?

00:02:58: Hier ist es so, erst mal wichtig zu wissen, dass da auch die normalen Kriterien zutreffen.

00:03:03: Also auch laut DSM-Fünf – ich nenne mal die drei Hauptkriterien!

00:03:07: Das ist einmal der Mangel an Empathie.

00:03:09: Das ist dieser Stremen nach Bewunderung und diese Grandiosität, diese Großartigkeit dieses auf sich selbst bezogen.

00:03:18: Das trifft erstmal auf alle Menschen mit stark ausgeprägter nazistischer Akzentuierung zu und eben auch auf nazistische Elternteile.

00:03:26: Und um noch ein paar weitere Erkennungsmerkmale zu nennen, speziell fürs Elternteil.

00:03:31: Also klar dieser Mangel an Empathie dieses Gefühl meinen Elternteil versteht mich nicht.

00:03:36: Ja da fehlt dieses Mitgefühl diese Kälte.

00:03:39: das wäre eine ein großer Punkt und dann auch dass man es diesen Menschen nicht recht machen kann.

00:03:45: also du kannst dich noch so anstrengen Es war dann doch wieder nicht gut genug oder es gibt immer etwas zum Meckern etwas auszusetzen.

00:03:54: Dann ist es auch so, dass die nazistischen Mütter oder Väter... auch viele Frauen, die nazistisch sind.

00:04:01: Das Kind dann als Erweiterung sehen.

00:04:03: also sie wollen dass das Kind so ist wie Sie es haben wollen.

00:04:07: Das sollten eben ganz genau diesen speziellen Sport machen.

00:04:10: Es soll eben ganz genauso sein so aussehen diese Klamotten tragen oder was auch immer.

00:04:16: Es soll so entsprechend wie Sie's gerne hätten Auch manchmal die eigenen unerfüllten Träume soll das Kind Also Leben, das was man selber nicht gehabt hat.

00:04:27: Also so diese Grandiosität die soll sich dann quasi dort noch fortsetzen und es soll dann ausstrahlen auf die eigene grandiosität sozusagen?

00:04:35: Genau!

00:04:36: Es soll ausstrahlen auf die eigene Kraniosität, guter Punkt.

00:04:39: Die Fassade ist da natürlich auch wichtig.

00:04:41: Das soll noch außen alles supergut aussehen.

00:04:43: Da wird sich dann mit dem Kind geschmückt.

00:04:46: Aber wenn die Türen zu sind ... das war nicht richtig, das war falsch!

00:04:51: Hier hättest du mehr geben können und dann wird doch

00:04:53: wehgemäckert.".

00:04:54: Was wäre mal so eine ganz typische Szene?

00:04:56: Aus der Kindheit, an der klar erkennbar ist, dass das ein nazistisches Muster hindeutet.

00:05:01: Du hast ja schon etwas erzählt aber vielleicht nochmal was ganz Typisches.

00:05:05: was du auch immer mal wieder so hörst von deinen Klientinnen.

00:05:08: Ich

00:05:08: nenne mal ein anderes Beispiel, nämlich auch so ausbeuterisches Verhalten gerade dann im Erwachsenenalter wenn Mutter oder Vater eben erwachsen sind und das Kind auch wird gerne auch das Kind benutzt, dann soll es Dinge tun.

00:05:21: Dann wird die Verantwortung aufs Kind übertragen.

00:05:23: Du sollst dich mal darum kümmern?

00:05:25: Das ist auch so was ganz Typisches!

00:05:28: Dann werden Lügen erfunden um das Kind wieder einzufangen damit es Verantwortung übernimmt

00:05:33: nur

00:05:33: damit man selber keine eigene trägt.

00:05:36: Das können Geldangelegenheiten sein, das kann wenn es um ältere Menschen geht Die Pflege seien.

00:05:41: kümmert du dich darum und du sollst dies machen also dieses typische ausnutzen und ausbeuten.

00:05:45: Also d.h.

00:05:46: da darf man dann durchaus ein bisschen hellhörig werden.

00:05:48: Ein weiterer Punkt, den du ja auch in der ersten Folge schon erwähnt hast.

00:05:52: Das ist so diese ganze Thematik Goldkind und schwarze Schaf.

00:05:55: Wie kann ich denn erkennen dass ich in meiner Herkunftsfamilie in so eine Rollendynamik verwickelt war oder es vielleicht auch heute noch bin?

00:06:04: Vor allen Dingen ist auch Heute Noch Bin das Kann anhalten Und das Goldkind ist meistens das, dass den Erwartungen entspricht.

00:06:12: Das gute Leistung bringen, das ganz toll ist und das schwarze Schaf ist dann eben der Sündenbock.

00:06:19: Ja wegen dir hat das nicht geklappt.

00:06:21: Wegen dir wird dann auch so Schuld hinaufprojiziert.

00:06:25: Es kann auch wechseln.

00:06:27: Das kommt darauf an welches Kind mehr den Erwartungen entsprücht?

00:06:32: Genau.

00:06:32: Und es kann auch dazu kommen, dass Vergleiche zwischen den Kindern gezogen werden.

00:06:36: Guck mal wie das dein Bruder macht oder wie deine Schwester das macht.

00:06:39: Guckt dir da mal was ab und das kann auch wechseln.

00:06:42: Das ist dann eben auch sehr ambivalent.

00:06:44: Da weiß dann gar keiner mehr, woran er ist.

00:06:45: Was

00:06:45: erlebst du denn so in den Gesprächen im Coaching?

00:06:48: Wie die Menschen, die jetzt als Schwarzer scharf damit gebrannt markt wurden... ...wie's denen damit geht?

00:06:54: Es sind so deren Bestrebungen!

00:06:56: Wie gehts denn?

00:06:56: Ja, da is natürlich eine Verunsicherung.

00:06:59: Wenn ich gut genug, reicht das was ich gebe.

00:07:02: Kann ich mich das trauen?

00:07:03: Kann ich mir das zutrauen?

00:07:04: also der Selbstwert?

00:07:06: Ich sag's mal hat da noch Potenzial zu wachsen

00:07:08: Schwierigkeiten

00:07:09: auch sich abzugrenzen ist auch so eine Geschichte und natürlich Bedürfnisse zu äußern.

00:07:15: Was habe ich überhaupt für bedürfnisse?

00:07:16: darf ich die eben auch kund tun?

00:07:18: darf ich dafür einstehen?

00:07:19: Ja, ich hab das jetzt gerade auch im aktuellen Fall.

00:07:22: Und wo ich dann merke, da ist immer so diese Frage warum?

00:07:25: Warum ist mir das passiert?

00:07:26: Wieso war ich genau dieses schwarze Schaf und in dem Fall mehrere Brüder uns noch eine weitere Schwester und die Schwester ist die ältere und sie ist also wirklich Goldmarie offensichtlich.

00:07:37: Sie konnte Tune machen was sie wollte.

00:07:39: es war von vornherein immer klar sie wurde eigentlich vom Vater in dem fall immer ganz runter gemacht.

00:07:45: Ich finde es ganz schlimm zu beobachten dass sie selbst als Erwachsene eine Frau da immer noch mitarbeitet und versucht das heute noch zu erfüllen.

00:07:52: Und ja, wie schwierig es zu sein scheint daraus rauszukommen aus dieser Rolle?

00:07:57: Dass du es ansprichst ist auch ein Punkt den ich häufig erlebe dass man im Erwachsenen alter.

00:08:01: die Menschen warten noch darauf auf Liebe, Anerkennung, Zuneigung.

00:08:05: Der Vater der muss es doch endlich mal sehen.

00:08:08: Nein er sieht es nicht.

00:08:09: Ich formuliere es mal anders Wenn er es sehen könnte

00:08:13: dann hätte

00:08:14: er es getan.

00:08:15: aber er hat diesen oder, ja ich will gar nicht so auch nicht so streng sein oder so hart in meiner Formulierung aber mit großer Wahrscheinlichkeit hat er diese Fähigkeit nicht das zu sehen.

00:08:26: Da ist es wichtig was macht man jetzt damit?

00:08:29: Wir können das nur akzeptieren!

00:08:31: Er hat es nicht, der Kanal ist nicht offen für Empathie, für Anerkennung, für Liebe und das heißt es bleibt nur die Akzeptanz weil wir können den anderen nicht ändern Aber wir sind ja handlungsfähig, das heißt was können wir jetzt aus der Situation machen und da würde man dann ansetzen.

00:08:48: Es ist natürlich auch möglich dass wir einfach es mit besonders fordernden Eltern zu tun haben.

00:08:53: also auch das gibt es selbstverständlich wo man das auch ein bisschen hinterfragen kann wo das aber nicht unbedingt ein nazistisches Verhalten ist wofür läuft in die Grenze zwischen einfach vordernen Eltern die immer sehr hohe Erwartungen an mich gerichtet haben und nazistisch akzentuiertem Verhalten?

00:09:09: Sehr

00:09:09: gute Frage!

00:09:11: Das sind natürlich schwimmende Grenzen, sage ich ja mal.

00:09:14: Das verbrischt auch ineinander.

00:09:16: fordernd wäre wirklich dieser Leistungsaspekt auch Schule dies das Sport gut aussehen also das kann verschiedene Punkte eben haben.

00:09:25: was dann das narzistische ausmacht ist dann zusätzlich zu diesem hohen Anspruch dass das elternteil eben auch keine Empathie hat sehr kühl es.

00:09:35: dieses ausbeuterische Verhalten dieses Ausnutzen von Kindern dieses Erweiterung meiner selbst.

00:09:44: Das wäre dann noch das narzistische und ein nicht-narzistisches, könnte zwar auch einen hohen Anspruch haben durch das Kind aber vielleicht nicht ausnutzen ja würde sagen macht doch den Sport dann dem du willst und würde da dann aber den großen Anspruch habe oder würde auch nicht kontrollieren würde trotzdem Nähe geben können.

00:10:02: das Eldanteil könnte trotzdem empathisch sein

00:10:06: Wenn sich jetzt so meinen Verdacht erhärtet und ich stelle fest, ja also offensichtlich bin ich davon betroffen.

00:10:11: Das war nicht einfach nur fordern sondern da kommen diese anderen Kriterien zusammen.

00:10:15: Was sind denn dann so typischerweise so Relikte aus der Vergangenheit?

00:10:19: Nämlich die ich als Glaubenssätze bezeichnen kann.

00:10:22: Die sind so typisch dafür dass mir das in meiner Kindheit wiederfahren ist.

00:10:26: Du hast ja fürhin schon dieses Thema.

00:10:29: Ich bin nicht genug, ich genüge nicht angesprochen.

00:10:31: was sind sonst noch so typische Glauben Sätze die darauf hinweisen können

00:10:35: Das können offensichtliche Glaubenssätze sein oder unbewusst, zum Beispiel unbewusst auch ist immer dass man sich verantwortlich fühlt.

00:10:41: Ich muss das retten!

00:10:43: Ich bin verantwortlicher.

00:10:46: Ja, das ist natürlich auch eine super Stärke.

00:10:49: wunderbar kann man

00:10:50: da ausüben wo es Sinn macht und sollte man dann halt oder kann man hinterfragen was eben blockiert.

00:10:56: also das wäre etwas dieses Verantwortungsding.

00:11:00: Ich fühle mich nicht gut genug, ich weiß nicht ob das reicht oder ich muss auch um die bekämpfen.

00:11:05: Also dieses Bedingungslos etwas wert zu sein ist dann quasi oftmals nicht gegeben?

00:11:10: Genau!

00:11:11: Ich muss kämpfen und mich besonders anstrengen.

00:11:14: Erst dann kriege ich Liebe oder verdiene sie so etwas...

00:11:19: Es ist ja auch so, dass dann oftmals der Selbstglaube von nazistisch akzentuierten Eltern ist.

00:11:24: Ich bin völlig okay und meine Kinder haben hier irgendwelche Defizite und deshalb darf ich die auch dauernd kritisieren.

00:11:31: Und wenn das natürlich so verinnerlicht wird?

00:11:33: Ich bin nicht okay eben aus der Perspektive der betroffenen Person, die eben als Kind das früher erlebt hat und heute eben als erwachsenes Kind das immer noch zu hören bekommen, dann ist es sehr schwer, dass der Mensch das ablegen kann diesen Glauben nicht okay zu sein.

00:11:48: Aus dem leitet sich dann oftmals ja auch eine sehr hohe Anpassungsfähigkeit

00:11:52: ab,

00:11:52: dass man eben alles versucht möglich zu machen.

00:11:55: und dann sind wir hier natürlich beim People-Pleasing Verhalten.

00:11:58: Das ist ja irgendwo ne große Fähigkeit.

00:12:00: das Problem ist aber eben, dass es dann oft auch übertragen wird auf das Verhalten in Partnerschaften und auch in Freundschaften.

00:12:08: was ist denn dazu beobachten wie sich das dann auch quasi so ein Stück weit fortsetzt?

00:12:12: In diesen anderen Beziehungen?

00:12:14: diese Anpassungsfähigkeit, wie du es gesagt hast.

00:12:17: Die kann auch gut sein aber sie kann eben auch sehr hinderlich sein weil man dann eben Schwierigkeiten hat seine Bedürfnisse zu äußern in der Partnerschaft.

00:12:24: Dann geht's eben mehr um die Bedürfenste der anderen Person.

00:12:27: Vieles dreht sich um die andere Person.

00:12:29: Man ist wahrscheinlich auch gut in der Lage Stimmung wahrzunehmen und auch gut In der Lage die Stimmung des Anderen zu regulieren Weil man das auch in der Kindheit dann schon gelernt hat, ah ja heute ist mein Elternteil nicht gut drauf.

00:12:44: Schlechte Laune wie kann ich jetzt gefallen?

00:12:46: Wie kann ich mich da gut anpassen um heute vielleicht noch Liebe zu bekommen oder zumindest Drama zu verhindern?

00:12:53: Das heißt Fähigkeit ist dann auch andere gut zu regulieren und hier kann man halt wirklich gucken will ich das noch brauche ich es noch oder kann und will sich das verändern?

00:13:04: Und vor allem dann auch ist auf die Art und Weise so eine Partnerschaft auf Augenhöhe überhaupt möglich, weil ich bin ja nun erwachsen.

00:13:10: Ich gehe davon aus dass ich auch erwachsene Beziehungen führen möchte und das man situativ für den anderen besonders da ist und dann auch mal korrigulativ eine positive Ausstrahlung hat durch diese besondere Empathie- und Anpassungsfähigkeit ist gut.

00:13:24: aber das immer zu machen und womöglich auch... Er ist recht ins Visier von jemandem zu kommen, der eben wieder nazistisch akzentuiert ist.

00:13:33: Das ist eine große

00:13:33: Gefahr.".

00:13:34: Hast du völlig richtig gesagt, das Ungleichgewicht, dass dann entsteht?

00:13:38: Natürlich ist es so, dass mal der eine etwas mehr gibt und auch dann wieder der andere.

00:13:42: Aber wenn das ein Dauerzustand ist, hat man eben dieses Ungleich-Gewicht.

00:13:46: Und dann treffen sich in der Beziehung auch irgendwie die inneren Kinder... ...und dann ist das keine erwachsene Beziehungen!

00:13:52: Das ist sehr gut ausgedrückt.

00:13:53: Das habe ich auch schon häufig festgestellt, dass das passiert.

00:13:57: Und das ist kein erwachsen reifes Verhalten.

00:14:01: Wenn ich das jetzt für mich so vergegenwärtige, ja offensichtlich mehren sich da die Hinweise darauf, dass ich da doch betroffen bin und ich leide darunter.

00:14:09: Dann kommt da ein Potburi an Gefühlen zusammen wie es mir damit zu geht.

00:14:13: was erlebst du in deiner Arbeit?

00:14:16: Was sind das für Emotionen, die dann so auftreten?

00:14:18: Das

00:14:19: ist zum einen natürlich die Traurigkeit, dass meine Mutter oder mein Vater mir das nicht geben kann, wie man sich das erhofft und erwünscht hat.

00:14:25: Das Weltbild, ist nicht erfüllt.

00:14:29: Dieses Bild, Mutter-Vater-Kind alles ist ganz tutti frutti und alle haben sich lieb.

00:14:36: das findet nicht statt und das macht natürlich traurig.

00:14:39: dann erlebe ich auch dass viele sich auch irgendwie schuldig fühlen oder ein schlechtes Gewissen haben.

00:14:44: ja hätte ich noch mehr geben können?

00:14:46: muss ich mich noch mehr um meiner mut um meine mutter kümmern?

00:14:48: muss ich es ihr noch mehr recht machen oder um vater kümmerne?

00:14:52: das erlebe Schlechtes Gewissen.

00:14:56: Gerade auch das Schulgefühl ist natürlich dann so ein bisschen noch zurückbleiben, also nicht so richtig erkannt zu haben dass man einen Anrecht darauf hat dass man da sich jetzt auch befreien darf.

00:15:06: Kannst du an diesen Gefühlen, die sich vor allem zeigen?

00:15:09: Auch ablesen wie weit jemand in diesem inneren Prozess ist.

00:15:13: Weil wenn jetzt jemand bekommt und ist total wütend, der ist ja wahrscheinlich dann schon relativ weit.

00:15:18: Und wenn jemand aber noch so bei diesem schlechten Gewissen ist ... Dann erkennst du, ah, diese Person darf einen gewissen Schritt gehen.

00:15:27: Guter

00:15:27: Punkt!

00:15:28: Bei dem schlechten Gewissen, genau.

00:15:29: Dann sind wir noch von sehr verbunden.

00:15:32: und was ich auch erkenne wenn noch diese Hoffnung da ist.

00:15:35: Wenn die Leute sich noch ganz doll anstrengen den zu gefallen dann sind sie auch noch sehr verbundet.

00:15:42: Da sind wir wieder Verabschiedung vom Weltbild.

00:15:44: Vom Weltbild mutter Vater Kind und alles is heile Welt.

00:15:49: Und das ist es nun mal nicht richtig.

00:15:51: Wenn Wuta ist, dann sind wir schon im Abgrenzungsprozess.

00:15:55: so eine Trennungsaggression auch ganz wichtig um sich abgrenzen zu können.

00:15:59: also das brauchen wir auch egal für welche Trennung Partnerkündigung was auch immer die ist hilfreich um zu sagen bis hierhin und nicht weiter Dann werden auch Grenzenspürbar.

00:16:08: wenn man wütend ist dann ist ja jemand über eine Grenze gegangen.

00:16:12: Das würde dann eben heißen Meine Mutter oder mein Vater ist hier über eine Grenze gegangen.

00:16:17: Es reicht und diese Wut, die können wir auch dazu nutzen um uns abzugrenzen.

00:16:22: also die kann auch sehr hilfreich sein.

00:16:23: Also generell jedes Gefühl hat seine Berichtigung.

00:16:26: Du hast ja auch dann in deiner Arbeit darüber, haben wir vor allem in der ersten Folge schon gesprochen.

00:16:31: So eine ganz wichtige Vorgehensweise, weil du sprichst davon es ist wichtig zu verstehen und zu verarbeiten und schließlich zu verändern.

00:16:38: also so die drei Faus an der Stelle.

00:16:40: dennoch sagst du eben auch Es ist ganz schwierig die nazistische Akzentuierung bei anderen Personen nun verändern zu wollen.

00:16:47: Und ich stelle mir das nochmal schwieriger vor.

00:16:49: bei nazistisch akzentuierten Eltern.

00:16:52: Was sind denn die Gründe dafür dass das so schwierig ist?

00:16:55: Und gerade bei Eltern, die ja schon ihr Leben lang unter Umständen dieses Muster gelebt haben.

00:16:59: Warum das so sehr schwierig ist oder warum man sich diese Illusion selber nehmen darf?

00:17:04: Man könnte daran noch etwas verändern.

00:17:06: Bei Narzissmus ist es generell so dass er durch den Mangel an Empathie und dadurch haben wir auch ein Mangel An Reflexionsvermögen der Kanal dafür nicht offen ist zu sagen ich könnte hier was verändern Ich verletze vielleicht andere Menschen und andere könnten unter meinem Verhalten leiden.

00:17:24: So sehen die das gar nicht!

00:17:26: Und deswegen ist dieser Gedanke, ich könnte eine Therapie machen oder mir Unterstützung holen oder ich könnte meinen Verhalten anpassen der ist dann einfach nicht da.

00:17:36: Also du willst auch nichts daran zu appellieren und zu sagen ach überleg doch mal könntest Du ja vielleicht auch einen Schritt auf mich zu gehen.

00:17:43: Du sagst ja glaube ich auch, man sollte unbedingt nicht das Wort Nazismus in den Mund nehmen wenn man damit seinen Eltern im Gespräch ist.

00:17:48: Aber auch das ist wahrscheinlich vergebene Liebesmüh.

00:17:51: Wichtig!

00:17:52: Es ist vergebende Liebes-Müh da diese Empathie und das Reflektionsvermögen nicht da sind.

00:17:58: Sie werden sich eher angegriffen fühlen.

00:18:00: Meistens sind die Menschen auch sehr kritikunfähig.

00:18:02: Schulds sind immer die anderen.

00:18:04: dann kriegst du das Ding zurückgepfeffert.

00:18:06: Du solltest dich verändern.

00:18:08: Dann

00:18:08: bist du wieder diejenige die sich

00:18:10: verändern sollen?

00:18:11: Genau,

00:18:11: dann kriegst du den Schuh wieder angezogen.

00:18:14: Von daher vergebene Liebesmüh, man kann es sich sparen und den Fokus auf sich selbst legen.

00:18:20: Wir können den anderen nicht ändern – ob Narzissmus

00:18:23: oder

00:18:23: sonst was!

00:18:25: Wir können dem anderen nicht in seinem Grundwesen ändern.

00:18:29: Ja?

00:18:29: Bei reflektierten oder empathischen Menschen kann man natürlich schon mal sagen dies und das

00:18:34: wünsche ich mir

00:18:34: aber nicht im Grundwesen Nazistisch geprägten Menschen, die können wir schon gar nicht ändern.

00:18:41: Du hast ja nun auch sehr viel Erfahrung.

00:18:42: Du arbeitest jeden Woche mit vielen, vielen Menschen, der da Opfer sind und du hast es insofern auch höre ich so ein bisschen raus noch nie erlebt dass sich da wirklich jemand gravierend verändert hat oder gab's da mal einzelne Beispiele?

00:18:55: Oder was ist denn dann da vielleicht passiert?

00:18:57: würde zu sagen nein passiert eigentlich nicht.

00:19:00: Ich würde sagen, nein passiert eigentlich nicht.

00:19:02: Ich freue mich wenn jemand mir etwas Gegenteiliges berichten würde.

00:19:06: sehr gerne bin ich offen dafür das zu hören.

00:19:09: ich selbst habe es bei Klienten noch nicht erlebt.

00:19:12: Ja und ich glaube dass ist sehr sehr aussagekräftig.

00:19:15: Das du bist ja nun seit einigen Jahren da auch unterwegs.

00:19:18: Wenn ich das trotzdem meinem Elternteil sagen möchte, dein Verhalten verletzt mich.

00:19:23: Gibt es da eine Chance dass das irgendwie ankommt und dass irgendwie auch ne Reaktion passiert die ich mir ja vielleicht auch wünsche?

00:19:30: Und nicht nur so einen damit... Das stimmt ja nicht oder so!

00:19:34: Du hast ja gerade schon gesagt, das wird zurückgeschleudert.

00:19:37: Ist da irgendetwas zu erwarten?

00:19:39: Es

00:19:39: ist nicht wirklich viel zu erwerten.

00:19:41: Und der wichtige Punkt wäre genau sich von diesem Wunsch, von dieser Hoffnung, von diese Erwartung.

00:19:47: er müsste oder sie müsste mich doch sehen.

00:19:49: Sie muss mich doch endlich verstehen.

00:19:51: jetzt ist die sechzig Jetzt muss ich mich doch verstehen.

00:19:55: es wäre günstig wenn man sich davon Schritt für Schritt verabschieden kann.

00:19:59: das wird wahrscheinlich immer eine Wunde bleiben aber wir können den Umgang damit beeinflussen.

00:20:07: Das ist das Wichtige, dass das natürlich weh tut und man sich das anders gewünscht hat, ist völlig klar.

00:20:14: aber was eben dann sinnvoll ist?

00:20:16: Man könnte mit einer Therapeuten darüber sprechen und dort mal die ganzen Gefühle und die Wünsche zum Ausdruck bringen also einen anderen Raum finden wo ich das platzieren kann.

00:20:27: Oder ich habe ein paar Freunde oder mit meinem Partner, aber muss man auch gucken, ob die Partnerschaft dafür der richtige Ort ist?

00:20:33: Aber das eben woanders zu platziren...

00:20:36: Es ist ja sehr wichtig, dass schon zu verarbeiten und nicht, sich gären zu lassen.

00:20:40: Dass man da nicht womöglich auch irgendwie in so eine Verbitterung fällt oder sich selbst womöglich noch weiter immer wieder Vorwürfe macht also.

00:20:48: Das jetzt totzuschweigen halte ich für keine gute Strategie.

00:20:54: sich ehrlich machen, sich nicht vorschnell sagen, das halte ich jetzt alles aus.

00:20:58: Sondern da wird es Schmerzen geben und Emotionsrückstände geben.

00:21:03: Es wäre ja auch sehr schade, wenn so jemand überhaupt nicht mehr im Vertrauen anderen Menschen begegnen kann.

00:21:10: Und all das lohnt meine Augen schon, in diese Auseinandersetzung mit dieser Thematik zu gehen aber eben da auch mit jemand anderem drüberzusprechen.

00:21:19: Dafür bin ich eben auch da ... Ich bin zum Beispiel dieser Raum, wo man das alles sagen kann.

00:21:24: Ja ich stelle ganz oft diese Frage was würdest du deiner Mutter oder deinem Vater gerne noch sagen?

00:21:29: und bitte ehrlich nicht Blumig formuliert, sondern wirklich wenn was blöd war das auch so zu benennen dass diese Enttäuschung die Trauer und der Frust auch einmal Platz findet.

00:21:41: Dass es einfach da sein kann Das ist wichtig im Verarbeitungsprozess, dass die Emotionen ihren Ausdruck finden damit sie nicht im Körper gespeichert bleiben.

00:21:49: das kann dann auch wieder andere Sachen mit sich ziehen

00:21:52: Und da

00:21:52: ist eben ein Ort wo das gesehen wird.

00:21:54: Was ist denn, wenn jetzt jemand so sagt ... Ich hab eigentlich jedes Mal, wenn ich im Kontakt war mit meinen Eltern, fühl ich mich total kraftlos.

00:22:01: Und man ist dann trotzdem wieder und wieder sucht.

00:22:04: Also, wenn man dann irgendwo sich denkt, könnte es ja vielleicht noch Geschickter angehen oder ich könnte ja noch ein bisschen empathischer sein?

00:22:10: Aber was sagt mir das, wenn mir das doch so offensichtlich so ergeht?

00:22:15: Du hast es gesagt, was sagt mehr das?

00:22:17: Wenn ich das Gefühl habe, ich könnte noch geschickter und empathischer seien.

00:22:22: Musst du nicht!

00:22:23: Ja, du hast alles gegeben.

00:22:25: Der Kanal beim Gegenüber ist nicht offen.

00:22:27: Es ist Zeit, man darf Grenzen setzen.

00:22:30: Man geht ein eigenes Leben leben.

00:22:33: Also wirklich!

00:22:34: Du darfst dich abgrenzen, du darfst Dich distanzieren und dein eigenes Ding machen.

00:22:39: Du musst nicht gefallen weil man kann es eh nicht recht machen.

00:22:43: Das ist einfach so.

00:22:44: Und da sind wir wieder dabei diesen Wunsch und diese Hoffnung eher zu verabschieden und sich auf sich selbst zu krokussieren.

00:22:51: Manchmal fällt es ja deshalb schwer.

00:22:53: Du hast auch von Schuldgefühlen gesprochen, weil da noch andere Familienmitglieder mit im Spiel sind.

00:22:58: Sprechen wir mal über Geschwister beispielsweise.

00:23:00: Das sind Menschen, die oftmals das selbe, theoretisch mal dasselbe erlebt haben.

00:23:05: Vielleicht waren sie aber auch Goldkinder und haben das nicht zu spüren bekommen.

00:23:09: Warum auch immer?

00:23:10: Oder Sie haben eine andere Position dazu.

00:23:12: Und Sie versuchen jetzt subtil oder weniger subtil Druck auf einen auszuüben nach dem Motto, das kannst du doch nicht machen.

00:23:19: Mama ist doch schon ... Sie ist doch gar nicht mehr richtig zurechnungsfähig.

00:23:26: Wie kannst du nur?

00:23:27: Wie kann ich denn mit diesen Vorwürfen umgehen, wie kann ich mich davon ein Stück weit frei

00:23:32: machen?".

00:23:33: Ja... Wie kannst Du nur!

00:23:34: Ist auch wirklich so ein typischer Satz.

00:23:36: Es ist doch Deine Mutter, es ist doch dein Vater.

00:23:39: sehr typisch ja und hier kann man wirklich auch sagen, nur weil es Mutter oder Vater isst das kein Freifahrtsschein für verletzendes und respektloses Verhalten.

00:23:50: Wenn man sich selbst nicht gut fühlt, dann darf man sich abgrenzen.

00:23:53: Auch wenn Freunde und Geschwister andere Verwandte etwas anderes sagen – die haben sich vielleicht mit dem Thema noch nicht so beschäftigt?

00:24:01: Vielleicht haben sie das Wissen über Nazismus noch nicht!

00:24:04: Und am Ende sind Sie ja auch nicht du.

00:24:07: also ihr seid alle verschiedene Individuen da in eurem Familiensystem und deswegen darf auch jeder seine individuelle Entscheidung treffen und die darf man dann auch vertreten.

00:24:18: Also sich gar nicht erst darauf einlassen, darüber zu streiten.

00:24:22: Und doch ich habe das so erlebt?

00:24:23: Nein!

00:24:23: Das kannst du ja gar nicht so erlebt haben sondern zu sagen was auf deiner Leben ist deiner leben.

00:24:28: Ich mach dir das jetzt auch nicht schlecht.

00:24:29: Ich werfe dir hier auch nicht vor dass du da weiterhin den Kontakt hältst.

00:24:33: Es ist deine Entscheidung.

00:24:34: bei mir sieht es anders aus.

00:24:35: Mir tut es nicht gut und ich will mich da verschützen und da ganz klar zu bleiben.

00:24:40: und was mache ich dann wenn mich dann ein Geschwisterteil zum Beispiel vor die Wahl stellt und sagt so, ja wenn du jetzt sozusagen brichst mit Mama oder Papa.

00:24:49: Dann kann ich eben auch keinen Kontakt mehr mit dir haben also dann quasi so die letzte Karte zu ziehen.

00:24:55: Ich habe das nämlich selber so ein bisschen erlebt in meiner eigenen Biografie.

00:24:59: Und es ist natürlich ein besonders harte Erkenntnis.

00:25:02: Dann ist natürlich schon so'n bisschen die Verlockung da zu sagen naja komm drücke ich fünf Augen zu und wieder besseren Wissens lasse ich mich auf diesen Deal ein.

00:25:09: was würdest du da sagen?

00:25:10: ist

00:25:10: wirklich eine schwierige Situation.

00:25:12: Das ist schon auch eine Form von emotionaler Erpressung zu sagen, entscheide dich zwischen dem und dem Und dann habe ich dich nicht mehr lieb wenn du dich dagegen entscheidest.

00:25:21: das ist

00:25:22: wirklich

00:25:23: ne heftige Form.

00:25:26: Ja und auch hier ist es natürlich so individuelle Entscheidung und Dann würde man natürlich ein Familienmitglied verlieren oder den Kontakt oder die Verbindung verlieren.

00:25:36: aber dann wäre es so.

00:25:37: hier darf man wirklich entspricht das dann meinen Werten, wenn mich jemand vor so einer Entscheidung stellt und wenn mich niemand nicht so dann respektiert.

00:25:47: Man kann ja durchaus unterschiedlicher Meinung sein und trotzdem befreundet sein.

00:25:51: Ja man muss ja nicht auf allen Ebenen gleich sein!

00:25:54: Und wenn jemand dann mich so ablehnt, dann trenne ich mich eben.

00:25:57: Dann ist es auch ein Erkenntnis und da sind wir wieder bei nur weil es Familie ist.

00:26:01: Muss das nicht zusammenbleiben?

00:26:03: Bei Freundschaften sagt man dann auch, dann ist es vorbei.

00:26:06: Und bei Familien, nur weil das eine Verwandtschaftsgrad ist, ist es kein Freifahrtschein.

00:26:13: Manchmal gibt's noch größere Familiengefüge und Ornkel und Tanten, die sich zu Wort melden oder manchmal auch Freunde der Eltern oder Nachbarn.

00:26:22: Das kann man nicht groß genug ziehen, um sich da zu wappnen, sich bewusstzumachen.

00:26:26: All das kann passieren.

00:26:27: Dennoch lohnt es sich, da diese Grenze zu ziehen?

00:26:31: Es ist ganz wichtig!

00:26:32: Bevor das nicht geschieht ... Ist meine Erfahrung, es ist sehr schwer in anderen Beziehungen für sich eintreten zu können.

00:26:39: Weil man dann immer wieder dieses gelebte Muster aus diesen anderen Situationen schnell übernimmt weil es einem ja reflexartig auch gegeben ist so zu reagieren

00:26:50: Absolut.

00:26:50: Ich kann dem allen nur zustimmen, was du gesagt hast.

00:26:52: Genauso wie du es beschrieben hast erlebe ich das auch und das geht wirklich bis zur Nachbarschaft, bis der hat das gesagt, bis zur Freundin usw.

00:27:01: Und ich nehme das auch sehr oft wahr... Das ist dann eine Person die sitzen da auch bei mir oder du bist das auch?

00:27:08: Das sind diese Zyklusbrecher!

00:27:10: Da kommt einer, der sagt, ich mache das nicht mehr mit,

00:27:13: ich

00:27:13: arbeite das jetzt auf und ich bin raus.

00:27:17: Ein

00:27:17: Zyklusbrecher gibt es genau.

00:27:19: Und natürlich, die fühlen sich dann nicht mehr zugehörig zu ihrer Familie.

00:27:23: Das gebe ich immer wieder.

00:27:26: Verändert sich auch noch mal das Weltbild?

00:27:28: Das ist eine Lebensveränderung und man sortiert es auf das Umfeld dann neu.

00:27:32: Dann ist die Familie im Hintergrund, und

00:27:33: man guckt,

00:27:34: gibt's Freunde?

00:27:35: Gibt's neue Menschen mit denen ich auf einer Wellenlänge

00:27:37: bin?"

00:27:37: Was

00:27:37: das Ganze noch mal schwieriger macht auch das habe ich selber erlebt, wenn dann Enkelkinder im Spiel sind.

00:27:43: Da kommt natürlich dann noch so diese Karte ja aber du kannst doch deinen Kindern nicht die Großmutter nehmen als Kontakt oder so.

00:27:49: Das macht das Ganze nicht gerade leichter.

00:27:51: Auch da hab' ich persönlich wirklich ein bisschen dran zu knapsen gehabt war aber dann am Ende doch für mich sehr klar... da so ein Mittelweg finden, wo ich dann auch noch die Bedürfnisse meiner Kinder vielleicht mit im Blick habe ohne da irgendwas zu verbauen.

00:28:05: Und wo kann ich trotzdem aber auch wieder ganz klar bei mir bleiben und meinen eigenen Bedürfen?

00:28:10: Das ist kein einfaches Thema!

00:28:12: Das ist definitiv kein einfachen Thema.

00:28:14: Definitiv!

00:28:16: Man kann vielleicht schauen was sind so Themen, wo die Stimmung kippt.

00:28:21: Also wenn man das weiß, wenn das Kind das und das macht oder die Unternehmung macht oder das Kind über Nacht

00:28:29: noch da,

00:28:29: dann kippt die Stimmung.

00:28:30: Dann ist so ein Muster was abgespielt wird.

00:28:34: Wenn man sagt okay aber wenn sie zum Fußball gehen ins Fußballstadion und danach wird das Kind wieder nach Hause gebracht, dann geht es ja also dass man schaut wo wird das kind vielleicht weniger mit dem Narzissmus konfrontiert?

00:28:49: bei so einem gemeinsamen Abenteuer vielleicht weniger, wird aber dort auch übernachtet mehrere Tage oder fern die noch gemeinsam in Urlaub.

00:28:57: Dann ist das wieder eine andere Sache.

00:28:59: also auch hier gucken was es das richtige Maß ja vielleicht am Anfang auch mit dabei sein und das Verhalten beobachten.

00:29:07: wird das Kind da abgewertet und so weiter genau und dann entscheiden was geht und was nicht.

00:29:14: Würdest du denn sagen, dass in den eigenen vier Wänden das Risiko, das nazistisch akzentuierte Elternteil in das alte Verhalten zurückfällt und eben das eigene Kind so behandelt wie man selber früher behandelt wurde größer ist als wenn man jetzt irgendwo anders ist?

00:29:28: Wie zum Beispiel im Fußballstadion.

00:29:31: Würde mir jetzt einleuchten, als ich dir so zugehört habe.

00:29:34: Ja,

00:29:34: das kann durchaus sein!

00:29:36: Kann so sein muss nicht sein... Aber im Fußballstadion, genau da gucken ja eben auch andere zu.

00:29:40: Man ist nicht alleine.

00:29:42: Da will man sich vielleicht doch mit dem Kind schmücken.

00:29:44: Auch das ist mein tolles Enkelkind hier.

00:29:45: Wunderbar!

00:29:46: Das kriegt noch einen Getränk und eine Bratwurst und dann sitzen wir da schön und jubeln den Verein zu.

00:29:53: Da kann man es eben alles noch ganz gut aussehen.

00:29:55: Und wenn dann Zuhause ist, dann kommen eben diese alten Routinen, diese alten Muster.

00:30:01: oder so geschieht, dass dann eben die Erwartungen wieder ans Kind riesig sind und Kritik kommt ab Wertung kommt.

00:30:08: Ja, und ich hab das selber genauso erlebt.

00:30:10: Das ist jetzt schon ganz viele Jahre her, dass meine älteste Tochter auch dort übernachtet hat.

00:30:16: Dann hat sie irgendwie so ein paar Figürchen verstellt.

00:30:19: Und dann hat meine Mutter zu mir gesagt ... Die Maya wird es mal ganz schwer im Leben haben.

00:30:24: Sie ist ja überhaupt nicht in der Lage, einen Nein zu verstehen.

00:30:27: Und dieses Totale auf diese Ebene zu bringen, die wird es schwer im leben haben.

00:30:31: Mir gleich auch das Gefühl gegeben du hast dein Kind nicht gut erzogen.

00:30:34: Mein Kind war zwei Jahre alt.

00:30:36: also alle die kleine ... Kinder haben, wissen wie viel man da den Kindern sagen kann.

00:30:40: Und das hat mir wirklich in dem Moment so zugesetzt, dass ich einfach gemerkt habe und da werde ich jetzt einschreiten und das nicht zulassen, dass mein Kind jetzt genauso zu leiden hat, wie ich das zu leihen hatte.

00:30:52: Das hat mir die Kraft gegeben und das konnte ich dann am Ende auch durchhalten.

00:30:55: es hat dann zwar noch zehn Jahre gedauert immer wieder versuche soll man's doch nochmal probieren und ja auch mit diesen Selbstzweifeln dann hab' ich das Recht dazu darf ich das überhaupt tun.

00:31:05: und was mir sehr geholfen war dann, dass mir mal jemand sagte du kannst auch deinen Kindern später sagen das du das Recht hast also das Kind das recht hat sich zu schützen vor jemanden der einem gar nicht gut tut und so habe ich das eben auch getan.

00:31:17: Ich hab mich geschützt vor jemandem der mir nicht guttut und dass ich das dann auch so erklären kann weil mich hat es sehr belastet dass ich immer dachte ich muss mich ja irgendwann dafür rechtfertigen.

00:31:27: warum habe ich mich so entschieden?

00:31:28: Das sind eben wirklich Gedanken die darf man gar nicht so

00:31:50: Absolut, das macht keiner aus Jux und Dollerei.

00:31:54: Bevor jemand den Kontakt zu einem Familienmitglied abricht oder reduziert, hat derjenige gehofft gelitten und sich etwas anderes gewünscht.

00:32:03: Und das ganze Versuch zu retten und sich anzustrengen.

00:32:08: Dann kommt eben die Entscheidung... Da kommt so ein Kipppunkt wie bei dir deine Tochter zwei Jahre und wurde da so maßgeregelt dass man sagt jetzt ist Schluss!

00:32:18: Ja ja und das macht sich wirklich keinerleicht richtig.

00:32:22: von daher als wenn man das mitbekommt, dass andere sich da distanzieren.

00:32:27: Richtig!

00:32:28: Sollte man sich zurückhalten mit Kommentaren und Bewertungen?

00:32:31: Denn die Menschen haben sich das gut überlegt

00:32:34: Und vielleicht eben umgekehrt sich bewusst machen.

00:32:36: Ja, vielleicht hat man selber eine andere Beziehung zu seinen Eltern darf man sich darüber freuen und das ist ja auch das was wir uns natürlich wünschen und am Ende nützt es dann in diesen Fällen eben einfach nicht.

00:32:47: ich denke wir haben da jetzt auch einige Punkte heute so zusammentragen können.

00:32:51: Ich denke vielleicht hilft dass auch anderen Menschen zu hören aha Da sind eben andere Menschen sehr ähnlich betroffen und deshalb finde ich das auch so wichtig.

00:32:58: Dass wird diese Stimmen auch laut werden lassen dass wir eben wirklich auch erfahren wie können wir damit umgehen, wie dürfen wir damit umgehen?

00:33:05: Was zeigt sich dann unter Umständen an Gefühlen dass wir da auch durch gehen müssen.

00:33:09: Es ist kein leichter Prozess aber am Ende lohnt es sich auf jeden Fall das zu tun und das kann ich zumindest aus meiner Perspektive so sagen.

00:33:17: wenn wir uns jetzt vorstellen hier hört jetzt jemand zu und erkennt sich in vielen wieder was wäre denn für dich ein guter erster Schritt den diese Person noch heute Abend tun könnte

00:33:27: sich die Erlaubnis geben, wirklich das eigene Leben zu leben und sich abzugrenzen.

00:33:32: Und das Leben leben!

00:33:35: Ja geh raus, leb dein Leben, mach deinen Ding,

00:33:38: guck

00:33:38: was sind deine Bedürfnisse?

00:33:40: Und dann mache es ja weniger dem anderen gefallen.

00:33:43: Sehr, sehr schön.

00:33:44: Ich glaube das können hier meine Zuhörenden ganz besonders gut hören.

00:33:47: und wenn ich jetzt so aus diesem Gespräch mit nur einem einzigen Satz aussteigen möchte, welcher könnte das in deinen Augen sein?

00:33:57: Das

00:34:02: hört sich so schön an und den Satz, den nehme ich mir jetzt auch noch mal mit.

00:34:05: Der hüllt ein richtig ein!

00:34:07: Du hast ja sehr schöne Worte gerade zum Abschluss gefunden.

00:34:10: Ich freue mich sehr dass wir diese Folge unseren Zuhörenden heute so nochmal schenken können.

00:34:15: Ich bin dir extrem dankbar.

00:34:17: Ich finde du machst einen wahnsinnig guten Job.

00:34:19: Du redest über nazistische Akzentuierung in einer unheimlichen Präzision.

00:34:24: Die Dinge beim Namen und gleichzeitig bringst du ganz viel Mitgefühl und Empathie mit die wir da brauchen Menschen zu begleiten.

00:34:32: Und ich habe das heute auch in diesem Podcast-Gespräch wieder gemerkt, fühl mich da durchaus sehr verbunden und danke dir sehr herzlich für deinen Besuch, liebe Madeline!

00:34:41: Vielen

00:34:41: vielen Dank, Verena.

00:34:42: Danke auch für dein Vertrauen und für das was du gesagt hast und deine eigenen Beispiele aus deiner Geschichte wirklich auch so treffen.

00:34:49: die haben so gut reingepasst und ich denke auch da können sich viele drin widersehen und ich komme auch gerne wieder zu besuchen beim Podcast.

00:34:55: Das ist Geburt.

00:34:57: Machen wir!

00:34:57: Das war die Folge mit Madeline Hellmann und ich muss sagen, ich bin immer noch ein bisschen aufgekratzt denn... Ich habe mehr von mir selbst preisgegeben als ich das eigentlich vorher mir gedacht habe.

00:35:08: Auf der anderen Seite hab' ich mir so gedacht Es hilft ja darüber zu sprechen und es hilft auch anderen zu hören.

00:35:14: Es geht eben nicht nur mir so Und nicht nur ich hatte dieses Gefühl Hab' dieses Gefühl vermittelt bekommen.

00:35:21: Irgendwas stimmt mit mir nicht Ja, es geht eben auch anderen so und deshalb habe ich das einfach mal so geteilt.

00:35:27: Ich freue mich sehr wenn du mir schreibst und vielleicht mir auch von dir erzählst und sagst was dir so widerfahren ist und wo du gerade so stehst.

00:35:36: Und wenn du mit Madeline oder auch mit mir zusammenarbeiten möchtest findest du alle Informationen in den Show Notes.

00:35:43: Ansonsten möchte ich dich ermutigen, deinen Weg zu gehen und deine Linie zu finden.

00:35:49: Und dich nicht beirren zu lassen von den Kommentaren die du vielleicht von anderen kassieren solltest.

00:35:55: In der kommenden Woche gibt es wieder eine Solo Folge.

00:35:57: Ich freue mich wenn Du auch dann wieder einschaltest.

00:36:00: Ansonst einfach machen Der erste kleine Schritt bringt Dich bereits weiter.

00:36:05: Bleibt zuversichtlich!

00:36:06: Und gerne bis zum nächsten Mal bei Peep-A-PleasingAD.

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